Management Review · Zweite Serie · November 2026 · Nr. 75

Psychische Gesundheit bei der Arbeit

Was die WHO-Leitlinien von 2022 an den Anfang stellen, wie viele Erwerbsfähige mit einer psychischen Störung leben, sechs Ansatzpunkte, wie stark die Belege sind, was das deutsche Gesetz verlangt, und eine Karte.

Nr.
75
Seiten
10
Quellen
6
Themen
Menschen
Stiven CatalystZweite Serie · November 2026
ManagementReview

Management ohne Theater.

Menschen

Psychische Gesundheitbei der Arbeit

Was die WHO-Leitlinien von 2022 an den Anfang stellen, wie viele Erwerbsfähige mit einer psychischen Störung leben, sechs Ansatzpunkte, wie stark die Belege sind, was das deutsche Gesetz verlangt, und eine Karte.

Nr.75

12 Mrd.

Arbeitstage gehen jedes Jahr durch Depressionen und Angststörungen verloren, was die Weltwirtschaft fast 1 Billion US-Dollar kostet.WHO & ILO, 2022

In dieser Ausgabe

  1. TitelthemaVom Menschen zur ArbeitSeite 03
  2. Was die Forschung sagtWie stark die Belege sindSeite 06
  3. Werkzeug der AusgabeEine Belastung, eine MaßnahmeSeite 08

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Nr. 75 · Menschen

In dieser Ausgabe

Psychische Gesundheit bei der Arbeit wird oft als Sache des Einzelnen behandelt: eine App, ein Kurs, eine Hotline. Die WHO-Leitlinien von 2022 setzen anders an, bei Arbeitslast, Handlungsspielraum und dem Umgang miteinander. Diese Ausgabe fragt, was das für eine Führungskraft bedeutet.

Laut WHO hatten 2019 15 % der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter eine psychische Störung; Depressionen und Angststörungen kosten jährlich rund 12 Milliarden Arbeitstage. Die Leitlinien empfehlen, psychosoziale Risiken in der Arbeit zu senken, und erstmals, Führungskräfte zu schulen. Für die Schulung sind die Belege am stärksten, für Änderungen der Arbeit sehr unsicher, wohl weil sie schwer zu untersuchen sind. Das deutsche Recht verlangt schon die Beurteilung psychischer Belastung. Kein medizinischer Rat.

  1. 03TitelthemaVom Menschen zur Arbeit
  2. 04Die ZahlenDrei von zwanzig
  3. 05Das ModellWo man ansetzt
  4. 06Was die Forschung sagtWie stark die Belege sind
  5. 07Wie man es misstWas das deutsche Gesetz verlangt
  6. 08Werkzeug der AusgabeEine Belastung, eine Maßnahme
  7. 09QuellenQuellen und Methode

So lesen Sie diese Ausgabe

Zahl

Jede Zahl hat Quelle und Jahr unten auf ihrer Seite.

Unsere Lesart

Wo die Redaktion deutet und nicht die Forschung, steht es dabei.

Praxis

Schritte und Karte sind Vorschläge zum Ausprobieren, keine Forschungsergebnisse.

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Titelthema

Vom Menschenzur Arbeit

Am 28. September 2022 veröffentlichte die WHO ihre Leitlinien zur psychischen Gesundheit bei der Arbeit, zusammen mit einem Policy Brief, den sie mit der Internationalen Arbeitsorganisation verfasste. Sie setzen bei den Arbeitsbedingungen an.

Risiken bei der Arbeit, die die WHO nennt

  1. zu hohe Arbeitslast oder Arbeitstempo, Personalmangel
  2. wenig Einfluss auf Arbeitsgestaltung oder Arbeitsmenge
  3. Gewalt, Belästigung oder Mobbing
  4. Diskriminierung und Ausgrenzung
  5. unsichere Arbeitsplätze

Die Mitteilung zur Veröffentlichung nannte, was neu war:

“Erstmals empfiehlt die WHO die Schulung von Führungskräften, damit sie belastende Arbeitsumfelder verhindern und auf Beschäftigte in Not reagieren können.”

Unsere Lesart

Arbeitslast, Spielraum und Verhalten entstehen bei der Arbeit, oft durch die Führungskraft. Dort setzt die WHO an.

Quellen: World Health Organization, 2022; World Health Organization & International Labour Organization, 2022; World Health Organization, 2024

Die Liste kürzt das WHO-Faktenblatt; Übersetzungen von uns. Burnout ist Nr. 29, psychologische Sicherheit Nr. 4. Die Ausgabe beschreibt Leitlinien und Belege, keinen medizinischen Rat.

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Die Zahlen

Dreivon zwanzig

Der Weltbericht der WHO zur psychischen Gesundheit von 2022 schätzte, dass 2019 fast eine Milliarde Menschen mit einer psychischen Störung lebten und dass zu jedem Zeitpunkt fast 15 % der arbeitenden Bevölkerung weltweit eine haben.

Arbeitende Bevölkerung weltweit, von 20

  • 3 von 20haben eine psychische Störung (≈ 15 %)
  • 17 von 20die übrigen
≈ 12 Mrd.Arbeitstage pro Jahr durch Depressionen und Angststörungen verloren
≈ 1 Bio. $jährliche Kosten für die Weltwirtschaft
35 %der Länder meldeten nationale Programme zur Förderung psychischer Gesundheit bei der Arbeit
Unsere Lesart

In einem Team von zwanzig sind drei Menschen mit einer psychischen Störung der Durchschnitt, kein Ausnahmefall.

Quellen: World Health Organization, 2022; World Health Organization & International Labour Organization, 2022

Weltweite Schätzungen, keine Zählungen. Eine Störung ist eine Diagnose, nicht der Stress einer harten Woche. Tage, Kosten und 35 % wie von WHO und ILO 2022 angegeben; das WHO-Faktenblatt von 2026 nennt 16 % für 2023.

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Das Modell

Wo manansetzt

Die Leitlinien empfehlen Maßnahmen in diesen Bereichen. Sie reichen von der Arbeit selbst über die Menschen, die sie führen, bis zu Beschäftigten mit einer psychischen Erkrankung.

  1. Organisatorische Maßnahmen

    senken psychosoziale Risiken wie Mobbing oder geringen Spielraum

  2. Schulung von Führungskräften

    Wissen, Haltung, Fertigkeiten; Führungskräfte werden keine Therapeuten

  3. Schulung der Beschäftigten

    Wissen und Bewusstsein über psychische Gesundheit

  4. Individuelle Maßnahmen

    psychosoziale Angebote oder Bewegung, als Teil eines größeren Programms

  5. Rückkehr an die Arbeit

    arbeitsbezogene Hilfe wie stufenweise Rückkehr, mit klinischer Behandlung

  6. Zugang zu Arbeit

    unterstützte Beschäftigung bei schweren Erkrankungen

Unsere Lesart

Hilfe für den Einzelnen steht auf der Liste, aber als ein Teil. Sie ersetzt nicht, die Arbeit zu ändern, die alle belastet.

Quellen: World Health Organization, 2022; Aiysha Malik, José Luis Ayuso-Mateos, Gergő Baranyi, Corrado Barbui, Graham Thornicroft, Mark van Ommeren & Aemal Akhtar, World Psychiatry 22(2), 2023; World Health Organization, 2024

Zeilen gekürzt nach den Leitlinien und Malik et al. (2023). Die Leitlinien empfehlen auch angemessene Vorkehrungen wie flexible Zeiten oder mehr Zeit für Aufgaben. Zum Screening Beschäftigter gab die WHO keine Empfehlung.

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Was die Forschung sagt

Wie starkdie Belege sind

Mit der GRADE-Methode bewertet die WHO jede Empfehlung zweimal: wie stark sie ist und wie sicher die Evidenz dahinter.

  1. Schulung von Führungskräften

    starke Empfehlung, mittlere Sicherheit

  2. Organisatorische Maßnahmen für alle

    „können erwogen werden“: bedingt, sehr geringe Sicherheit

  3. Schulung der Beschäftigten

    bedingt, sehr geringe Sicherheit

  4. Allgemeines Führungstraining

    keine Empfehlung: keine klare Wirkung auf Gesundheit

  5. Screening der Beschäftigten

    keine Empfehlung: Nutzen gegenüber Schaden unklar

Unsere Lesart

Schwache Belege für Änderungen der Arbeit beweisen nicht, dass sie scheitern. Solche Änderungen sind schwer zu untersuchen, und das Gesetz wartet nicht auf Studien.

Quellen: World Health Organization, 2022; Aiysha Malik, José Luis Ayuso-Mateos, Gergő Baranyi, Corrado Barbui, Graham Thornicroft, Mark van Ommeren & Aemal Akhtar, World Psychiatry 22(2), 2023

Geringe Sicherheit heißt: Weitere Forschung kann die Schätzung ändern. Malik et al. (2023) führen die schwache Evidenz darauf zurück, dass komplexe Maßnahmen schwer zu bewerten sind. Die Bewertungen stehen so in den Leitlinien.

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Wie man es misst

Was das deutscheGesetz verlangt

Das Arbeitsschutzgesetz nennt psychische Belastungen bei der Arbeit als eine Quelle von Gefährdungen für die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers (§ 5 Abs. 3 Nr. 6). Zusammen gelesen, vier Schritte:

  1. Beurteilen (§ 5)

    welche Gefährdungen die Arbeit mit sich bringt, je nach Tätigkeit; bei gleichartigen Bedingungen genügt eine Beurteilung

  2. An der Quelle handeln (§ 4)

    Arbeit so gestalten, dass physische und psychische Gesundheit geschont werden; individuelle Maßnahmen sind nachrangig

  3. Prüfen (§ 3)

    ob die Maßnahmen wirken, und sie anpassen, wenn sich etwas ändert

  4. Dokumentieren (§ 6)

    Ergebnis der Beurteilung, Maßnahmen und Ergebnis ihrer Überprüfung

Unsere Lesart

Gesetz und WHO weisen in dieselbe Richtung: erst die Arbeit, dann der Mensch. Ein Fragebogen ist noch keine Beurteilung; Maßnahmen und Überprüfung gehören dazu.

Quelle: Federal Republic of Germany, Bundesgesetzblatt I 1996 p. 1246, 2025

Unsere Zusammenfassung der §§ 3–6, keine Rechtsberatung. Eine Methode schreibt das Gesetz nicht vor. Das albanische Recht haben wir nicht geprüft.

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Werkzeug der Ausgabe

Eine Belastung,eine Maßnahme

Eine Karte pro Aufgabe oder Team. Sie fragt nach der Arbeit, nicht nach der Gesundheit: was belastet, woher, was sich an der Quelle ändert, wann man prüft. Five Whys hilft bei Zeile drei.

  1. 01Aufgabe oder Teamwo, welche Schicht, wie viele Menschen

  2. 02Die BelastungMenge oder Tempo, Spielraum, Besetzung, Verhalten, Unsicherheit: was, wie oft

  3. 03Woher sie kommtnach dem Warum fragen, bis man bei der Arbeit ankommt

  4. 04Maßnahme an der Quellewas sich an der Arbeit ändert, vor Schulung oder Einzelhilfe

  5. 05Wer und bis wanneine Person, ein Datum; das Team fragen, was es ändern würde

  6. 06Prüfen und festhaltenist die Belastung gesunken; wo steht es

Quellen: World Health Organization, 2022; Federal Republic of Germany, Bundesgesetzblatt I 1996 p. 1246, 2025

Praxisvorschlag der Redaktion, nach der Reihenfolge der WHO und §§ 3–6 ArbSchG. Keine Diagnose; ersetzt weder die Gefährdungsbeurteilung noch ärztliche Hilfe.

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Quellen und Methode

Jede Zahlhat eine Quelle.

Die Zahlen dieser Ausgabe stammen aus den folgenden Quellen. Das Jahr zeigt, wie aktuell jede ist.

  1. WHO guidelines on mental health at workWorld Health Organization, 2022https://www.who.int/publications/i/item/9789240053052
  2. WHO and ILO call for new measures to tackle mental health issues at work (news release, 28 September 2022)World Health Organization & International Labour Organization, 2022https://www.who.int/news/item/28-09-2022-who-and-ilo-call-for-new-measures-to-tackle-mental-health-issues-at-work
  3. Mental health at work (fact sheet)World Health Organization, 2024https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/mental-health-at-work
  4. World mental health report: Transforming mental health for allWorld Health Organization, 2022https://www.who.int/publications/i/item/9789240049338
  5. Mental health at work: WHO guidelinesAiysha Malik, José Luis Ayuso-Mateos, Gergő Baranyi, Corrado Barbui, Graham Thornicroft, Mark van Ommeren & Aemal Akhtar, World Psychiatry 22(2), 2023https://doi.org/10.1002/wps.21094
  6. Arbeitsschutzgesetz (Occupational Safety and Health Act), §§ 3–6, as last amended on 22 December 2025Federal Republic of Germany, Bundesgesetzblatt I 1996 p. 1246, 2025https://www.gesetze-im-internet.de/arbschg/
Redaktionelle Methode

Jede Zahl wurde auf Jahr, Herausgeber und genaue Bedeutung geprüft. Wo die Seite des Herausgebers nicht erreichbar war, wurde sie an unabhängigen Zusammenfassungen geprüft und mit „über“ markiert. Die Deutung der Redaktion ist als „Unsere Lesart“ markiert. Zahlen, die sich nicht bestätigen ließen, stehen nicht in der Ausgabe.

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Jede Ausgabe eine Führungsfrage, geprüft an der besten Forschung.

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Management Review · Nr. 75 · November 2026 · Stiven Catalyst

Management Review · Nr. 75

Die Zahlen der Ausgabe

Die Grafiken der gedruckten Seiten, mit ihren Quellen.

Die ZahlenArbeitende Bevölkerung weltweit, von 20
  • 3 von 20haben eine psychische Störung (≈ 15 %)
  • 17 von 20die übrigen
  • 3 von 20haben eine psychische Störung (≈ 15 %)
  • 17 von 20die übrigen

Quelle: World Health Organization, 2022

Der ganze Text Die Ausgabe als Text lesen Zum Lesen auf kleinen Bildschirmen, zum Suchen oder mit Screenreader. Dieselben Worte, ohne die Seitengestaltung.

In dieser Ausgabe

Psychische Gesundheit bei der Arbeit wird oft als Sache des Einzelnen behandelt: eine App, ein Kurs, eine Hotline. Die WHO-Leitlinien von 2022 setzen anders an, bei Arbeitslast, Handlungsspielraum und dem Umgang miteinander. Diese Ausgabe fragt, was das für eine Führungskraft bedeutet.

Laut WHO hatten 2019 15 % der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter eine psychische Störung; Depressionen und Angststörungen kosten jährlich rund 12 Milliarden Arbeitstage. Die Leitlinien empfehlen, psychosoziale Risiken in der Arbeit zu senken, und erstmals, Führungskräfte zu schulen. Für die Schulung sind die Belege am stärksten, für Änderungen der Arbeit sehr unsicher, wohl weil sie schwer zu untersuchen sind. Das deutsche Recht verlangt schon die Beurteilung psychischer Belastung. Kein medizinischer Rat.

Stiven Janaqi, Herausgeber

Titelthema

Vom Menschen zur Arbeit

Am 28. September 2022 veröffentlichte die WHO ihre Leitlinien zur psychischen Gesundheit bei der Arbeit, zusammen mit einem Policy Brief, den sie mit der Internationalen Arbeitsorganisation verfasste. Sie setzen bei den Arbeitsbedingungen an.

Risiken bei der Arbeit, die die WHO nennt

  1. zu hohe Arbeitslast oder Arbeitstempo, Personalmangel
  2. wenig Einfluss auf Arbeitsgestaltung oder Arbeitsmenge
  3. Gewalt, Belästigung oder Mobbing
  4. Diskriminierung und Ausgrenzung
  5. unsichere Arbeitsplätze

Die Mitteilung zur Veröffentlichung nannte, was neu war:

Erstmals empfiehlt die WHO die Schulung von Führungskräften, damit sie belastende Arbeitsumfelder verhindern und auf Beschäftigte in Not reagieren können.

Unsere Lesart

Arbeitslast, Spielraum und Verhalten entstehen bei der Arbeit, oft durch die Führungskraft. Dort setzt die WHO an.

Die Liste kürzt das WHO-Faktenblatt; Übersetzungen von uns. Burnout ist Nr. 29, psychologische Sicherheit Nr. 4. Die Ausgabe beschreibt Leitlinien und Belege, keinen medizinischen Rat.

Quellen: World Health Organization, 2022; World Health Organization & International Labour Organization, 2022; World Health Organization, 2024

Die Zahlen

Drei von zwanzig

Der Weltbericht der WHO zur psychischen Gesundheit von 2022 schätzte, dass 2019 fast eine Milliarde Menschen mit einer psychischen Störung lebten und dass zu jedem Zeitpunkt fast 15 % der arbeitenden Bevölkerung weltweit eine haben.

Arbeitende Bevölkerung weltweit, von 20: 3 von 20 haben eine psychische Störung (≈ 15 %), 17 von 20 die übrigen.

  • ≈ 12 Mrd. Arbeitstage pro Jahr durch Depressionen und Angststörungen verloren
  • ≈ 1 Bio. $ jährliche Kosten für die Weltwirtschaft
  • 35 % der Länder meldeten nationale Programme zur Förderung psychischer Gesundheit bei der Arbeit

Unsere Lesart

In einem Team von zwanzig sind drei Menschen mit einer psychischen Störung der Durchschnitt, kein Ausnahmefall.

Weltweite Schätzungen, keine Zählungen. Eine Störung ist eine Diagnose, nicht der Stress einer harten Woche. Tage, Kosten und 35 % wie von WHO und ILO 2022 angegeben; das WHO-Faktenblatt von 2026 nennt 16 % für 2023.

Quellen: World Health Organization, 2022; World Health Organization & International Labour Organization, 2022

Das Modell

Wo man ansetzt

Die Leitlinien empfehlen Maßnahmen in diesen Bereichen. Sie reichen von der Arbeit selbst über die Menschen, die sie führen, bis zu Beschäftigten mit einer psychischen Erkrankung.

  • Organisatorische Maßnahmen. senken psychosoziale Risiken wie Mobbing oder geringen Spielraum
  • Schulung von Führungskräften. Wissen, Haltung, Fertigkeiten; Führungskräfte werden keine Therapeuten
  • Schulung der Beschäftigten. Wissen und Bewusstsein über psychische Gesundheit
  • Individuelle Maßnahmen. psychosoziale Angebote oder Bewegung, als Teil eines größeren Programms
  • Rückkehr an die Arbeit. arbeitsbezogene Hilfe wie stufenweise Rückkehr, mit klinischer Behandlung
  • Zugang zu Arbeit. unterstützte Beschäftigung bei schweren Erkrankungen

Unsere Lesart

Hilfe für den Einzelnen steht auf der Liste, aber als ein Teil. Sie ersetzt nicht, die Arbeit zu ändern, die alle belastet.

Zeilen gekürzt nach den Leitlinien und Malik et al. (2023). Die Leitlinien empfehlen auch angemessene Vorkehrungen wie flexible Zeiten oder mehr Zeit für Aufgaben. Zum Screening Beschäftigter gab die WHO keine Empfehlung.

Quellen: World Health Organization, 2022; Aiysha Malik, José Luis Ayuso-Mateos, Gergő Baranyi, Corrado Barbui, Graham Thornicroft, Mark van Ommeren & Aemal Akhtar, World Psychiatry 22(2), 2023; World Health Organization, 2024

Mehr im Essay: Führung ohne Titel

Was die Forschung sagt

Wie stark die Belege sind

Mit der GRADE-Methode bewertet die WHO jede Empfehlung zweimal: wie stark sie ist und wie sicher die Evidenz dahinter.

  • Schulung von Führungskräften. starke Empfehlung, mittlere Sicherheit
  • Organisatorische Maßnahmen für alle. „können erwogen werden“: bedingt, sehr geringe Sicherheit
  • Schulung der Beschäftigten. bedingt, sehr geringe Sicherheit
  • Allgemeines Führungstraining. keine Empfehlung: keine klare Wirkung auf Gesundheit
  • Screening der Beschäftigten. keine Empfehlung: Nutzen gegenüber Schaden unklar

Unsere Lesart

Schwache Belege für Änderungen der Arbeit beweisen nicht, dass sie scheitern. Solche Änderungen sind schwer zu untersuchen, und das Gesetz wartet nicht auf Studien.

Geringe Sicherheit heißt: Weitere Forschung kann die Schätzung ändern. Malik et al. (2023) führen die schwache Evidenz darauf zurück, dass komplexe Maßnahmen schwer zu bewerten sind. Die Bewertungen stehen so in den Leitlinien.

Quellen: World Health Organization, 2022; Aiysha Malik, José Luis Ayuso-Mateos, Gergő Baranyi, Corrado Barbui, Graham Thornicroft, Mark van Ommeren & Aemal Akhtar, World Psychiatry 22(2), 2023

Wie man es misst

Was das deutsche Gesetz verlangt

Das Arbeitsschutzgesetz nennt psychische Belastungen bei der Arbeit als eine Quelle von Gefährdungen für die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers (§ 5 Abs. 3 Nr. 6). Zusammen gelesen, vier Schritte:

  • Beurteilen (§ 5). welche Gefährdungen die Arbeit mit sich bringt, je nach Tätigkeit; bei gleichartigen Bedingungen genügt eine Beurteilung
  • An der Quelle handeln (§ 4). Arbeit so gestalten, dass physische und psychische Gesundheit geschont werden; individuelle Maßnahmen sind nachrangig
  • Prüfen (§ 3). ob die Maßnahmen wirken, und sie anpassen, wenn sich etwas ändert
  • Dokumentieren (§ 6). Ergebnis der Beurteilung, Maßnahmen und Ergebnis ihrer Überprüfung

Unsere Lesart

Gesetz und WHO weisen in dieselbe Richtung: erst die Arbeit, dann der Mensch. Ein Fragebogen ist noch keine Beurteilung; Maßnahmen und Überprüfung gehören dazu.

Unsere Zusammenfassung der §§ 3–6, keine Rechtsberatung. Eine Methode schreibt das Gesetz nicht vor. Das albanische Recht haben wir nicht geprüft.

Quelle: Federal Republic of Germany, Bundesgesetzblatt I 1996 p. 1246, 2025

Werkzeug der Ausgabe

Eine Belastung, eine Maßnahme

Eine Karte pro Aufgabe oder Team. Sie fragt nach der Arbeit, nicht nach der Gesundheit: was belastet, woher, was sich an der Quelle ändert, wann man prüft. Five Whys hilft bei Zeile drei.

  1. Aufgabe oder Team wo, welche Schicht, wie viele Menschen
  2. Die Belastung Menge oder Tempo, Spielraum, Besetzung, Verhalten, Unsicherheit: was, wie oft
  3. Woher sie kommt nach dem Warum fragen, bis man bei der Arbeit ankommt
  4. Maßnahme an der Quelle was sich an der Arbeit ändert, vor Schulung oder Einzelhilfe
  5. Wer und bis wann eine Person, ein Datum; das Team fragen, was es ändern würde
  6. Prüfen und festhalten ist die Belastung gesunken; wo steht es

Praxisvorschlag der Redaktion, nach der Reihenfolge der WHO und §§ 3–6 ArbSchG. Keine Diagnose; ersetzt weder die Gefährdungsbeurteilung noch ärztliche Hilfe.

Quellen: World Health Organization, 2022; Federal Republic of Germany, Bundesgesetzblatt I 1996 p. 1246, 2025

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Quellen und Methode

Jede Zahl hat eine Quelle.

Die Zahlen dieser Ausgabe stammen aus den folgenden Quellen. Das Jahr zeigt, wie aktuell jede ist.

Redaktionelle Methode

Jede Zahl wurde auf Jahr, Herausgeber und genaue Bedeutung geprüft. Wo die Seite des Herausgebers nicht erreichbar war, wurde sie an unabhängigen Zusammenfassungen geprüft und mit „über“ markiert. Die Deutung der Redaktion ist als „Unsere Lesart“ markiert. Zahlen, die sich nicht bestätigen ließen, stehen nicht in der Ausgabe.

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