Management Review · Zweite Serie · November 2026 · Nr. 41

KI und die Regeln bei der Arbeit: der EU AI Act

Was wann gilt, nach dem Aufschub von 2026, wie viele Unternehmen KI nutzen, die vier Risikostufen, was ein Arbeitgeber vor dem Start eines Hochrisiko-Systems tun muss, was KI-Kompetenz verlangt, und eine Karte für jedes KI-System im Team.

Nr.
41
Seiten
10
Quellen
7
Themen
KI
Stiven CatalystZweite Serie · November 2026
ManagementReview

Management ohne Theater.

KI

KI und die Regeln bei der Arbeit:der EU AI Act

Was wann gilt, nach dem Aufschub von 2026, wie viele Unternehmen KI nutzen, die vier Risikostufen, was ein Arbeitgeber vor dem Start eines Hochrisiko-Systems tun muss, was KI-Kompetenz verlangt, und eine Karte für jedes KI-System im Team.

Nr.41

16

Monate später als zunächst geplant: Die Regeln des AI Act für Hochrisiko-KI bei Einstellung und Führung von Beschäftigten gelten nun ab dem 2. Dezember 2027.Regulation (EU) 2026/1744

In dieser Ausgabe

  1. TitelthemaWas gilt, und ab wannSeite 03
  2. Das ModellVier RisikostufenSeite 05
  3. Werkzeug der AusgabeDie KI-Karte für das TeamSeite 08

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Management Review · Nr. 41 · November 2026KI
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Nr. 41 · KI

In dieser Ausgabe

KI-Werkzeuge können Schichten planen, Bewerbungen sortieren oder Arbeit prüfen, und seit 2024 hat die EU ein Gesetz dafür. Diese Ausgabe zeigt, was der AI Act von einer Führungskraft verlangt, deren Team KI nutzt, was schon gilt und was verschoben wurde. Sie beschreibt das Gesetz; sie ist keine Rechtsberatung.

Der AI Act trat im August 2024 in Kraft. Seine Verbote und die Pflicht zur KI-Kompetenz gelten seit Februar 2025; im Juli 2026 verschob eine zweite Verordnung die Regeln für Hochrisiko-Anwendungen, darunter Einstellung und Führung von Beschäftigten, auf Dezember 2027. Eurostat zählt 2025 jedes fünfte EU-Unternehmen mit KI. Das Gesetz ordnet Anwendungen in vier Risikostufen, verbietet Emotionserkennung am Arbeitsplatz und gibt Arbeitgebern, die Hochrisiko-Systeme betreiben, eigene Pflichten, angefangen damit, das Team zu informieren.

  1. 03TitelthemaWas gilt, und ab wann
  2. 04Die ZahlenKI in jedem fünften Unternehmen
  3. 05Das ModellVier Risikostufen
  4. 06Wie es umgesetzt wirdBevor das System startet
  5. 07Wie man es misstKI-Kompetenz: was zählt
  6. 08Werkzeug der AusgabeDie KI-Karte für das Team
  7. 09QuellenQuellen und Methode

So lesen Sie diese Ausgabe

Zahl

Jede Zahl hat Quelle und Jahr unten auf ihrer Seite.

Unsere Lesart

Wo die Redaktion deutet und nicht die Forschung, steht es dabei.

Praxis

Schritte und Karte sind Vorschläge zum Ausprobieren, keine Forschungsergebnisse.

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Titelthema

Was gilt,und ab wann

Der AI Act, die Verordnung (EU) 2024/1689, trat am 1. August 2024 in Kraft und gilt schrittweise. Im Juli 2026 änderte die EU einen Teil seines Zeitplans mit einer zweiten Verordnung, dem Digital-Omnibus zur KI.

  1. 20252. Februar: die Verbote, darunter Emotionserkennung am Arbeitsplatz, und die Pflicht zur KI-Kompetenz.
  2. 20262. August: der Großteil des Gesetzes, auch die Transparenz bei Chatbots und Deepfakes.
  3. 20272. Dezember: Hochrisiko-Regeln für Anwendungen nach Anhang III, darunter Arbeit und Einstellung.
  4. 20282. August: Hochrisiko-Regeln für KI in regulierten Produkten.

Der Aufschub ist Gesetz, kein Vorschlag. Die Kommission schlug ihn im November 2025 vor, weil die Normen für Hochrisiko-Systeme fehlten; das Parlament stimmte am 16. Juni 2026 zu, der Rat am 29. Juni, und die Verordnung (EU) 2026/1744 trat am 27. Juli 2026 in Kraft. Anhang III rückte vom 2. August 2026, die Produktregeln vom 2. August 2027. Seit August 2025 gelten die Regeln für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck und die Sanktionen.

Unsere Lesart

Verschoben wurden die Hochrisiko-Regeln, nicht die Verbote oder die KI-Kompetenz. Diese gelten seit Februar 2025.

Quellen: European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2024; European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2026 (über European Parliament, P10_TA(2026)0198; European Commission; Gibson Dunn and Cooley, 2026); European Commission, Shaping Europe's digital future, 2026

Daten nach Artikel 113 in der Fassung von 2026. Das Gesetz erfasst auch Unternehmen außerhalb der EU, wenn die Ergebnisse ihrer KI in der EU verwendet werden (Artikel 2). Eine Beschreibung des Gesetzes, keine Rechtsberatung.

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Die Zahlen

KI in jedem fünftenUnternehmen

Eurostat fragt Unternehmen in der EU mit mindestens 10 Beschäftigten, ob sie KI-Technologien nutzen, etwa Text Mining, Spracherkennung oder Sprachgenerierung. Der Anteil hat sich in zwei Jahren mehr als verdoppelt.

EU-Unternehmen mit 10 und mehr Beschäftigten, die KI nutzen

05101520252023202420258,0 %13,5 %20,0 %

Die Größe macht den Unterschied: 2025 nutzten 55 % der großen Unternehmen KI, 30 % der mittleren und 17 % der kleinen. Im Sinne des Gesetzes ist jedes Unternehmen, das ein KI-System in eigener Verantwortung verwendet, Betreiber, nicht nur die Unternehmen, die es bauen.

Unsere Lesart

Die meisten Unternehmen begegnen dem Gesetz als Nutzer gekaufter Werkzeuge. Für sie gelten die Pflichten des Betreibers.

Quellen: Eurostat, Usage of AI technologies increasing in EU enterprises, 2025; Eurostat, Use of artificial intelligence in enterprises (Statistics Explained, data 2025); European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2024

EU-27, Unternehmen mit 10 und mehr Beschäftigten; Kleinstunternehmen sind nicht erfasst. Nutzung mindestens einer KI-Technologie, nicht nur generativer KI. Der Betreiber ist in Artikel 3 Nummer 4 des Gesetzes definiert.

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Das Modell

VierRisikostufen

Das Gesetz regelt KI-Anwendungen nach ihrem Risiko für Gesundheit, Sicherheit und Grundrechte. Die Europäische Kommission beschreibt vier Stufen, vom Verbot bis zu keinen neuen Regeln.

  1. Unannehmbar: verboten

    Unter den Praktiken in Artikel 5: Emotionen von Menschen am Arbeitsplatz ableiten, außer aus medizinischen oder Sicherheitsgründen; Social Scoring; Manipulation.

  2. Hoch: strenge Pflichten

    Anhang III, Nummer 4: KI zur Einstellung und Auswahl, für Entscheidungen über Beförderung oder Kündigung, zur Aufgabenverteilung nach Verhalten oder Merkmalen oder zur Überwachung und Bewertung der Leistung.

  3. Transparenz: Menschen informieren

    Menschen müssen wissen, wenn sie mit einem Chatbot sprechen; Deepfakes müssen gekennzeichnet sein (Artikel 50).

  4. Minimal: keine neuen Regeln

    Etwa Spamfilter oder KI in Videospielen.

In ihren Leitlinien von 2025 wertet die Kommission ein Callcenter als verboten, das den Ärger seiner Beschäftigten per Webcam und Spracherkennung verfolgt. Bei Kunden gilt das nicht, wenn nicht zugleich das Personal erfasst wird. Müdigkeit und Schmerz sind körperliche Zustände, keine Emotionen.

Unsere Lesart

Die Stufe hängt von der Anwendung ab, nicht von der Software: Dasselbe Werkzeug kann Routen planen oder Menschen einstufen.

Quellen: European Commission, Shaping Europe's digital future, 2026; European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2024; European Commission, 2025 (über Lewis Silkin and Covington, 2025)

Ein System nach Anhang III kann aus der hohen Stufe fallen, etwa wenn es nur eine eng begrenzte Verfahrensaufgabe erfüllt (Artikel 6 Absatz 3); eines, das Profile von Menschen erstellt, nie. Die Leitlinien sind nicht verbindlich.

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Wie es umgesetzt wird

Bevor das Systemstartet

Ein Unternehmen, das ein Hochrisiko-KI-System in eigener Verantwortung verwendet, ist dessen Betreiber. Artikel 26 gibt dem Betreiber eigene Pflichten, getrennt von denen des Anbieters; für Systeme nach Anhang III gelten sie ab dem 2. Dezember 2027.

  1. Der Betriebsanleitung folgen

    Das System so verwenden, wie es die Betriebsanleitung des Anbieters vorsieht (26 Abs. 1).

  2. Aufsicht benennen

    Mit Kompetenz, Schulung und Befugnis dafür, und mit Unterstützung (26 Abs. 2).

  3. Zuerst das Team informieren

    Arbeitgeber informieren die Arbeitnehmervertretung und die betroffenen Beschäftigten, bevor das System am Arbeitsplatz eingesetzt wird (26 Abs. 7).

  4. Überwachen und melden

    Zeigt sich ein Risiko, Anbieter und Behörde informieren und die Nutzung aussetzen; schwerwiegende Vorfälle melden (26 Abs. 5).

  5. Protokolle aufbewahren, Betroffene informieren

    Protokolle mindestens sechs Monate; Personen, über die es entscheidet oder mitentscheidet, werden informiert (26 Abs. 6 und 11).

Unsere Lesart

Die Information an das Team kommt vor dem ersten Einsatz, nicht nach der ersten Beschwerde.

Quellen: European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2024; European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2026 (über European Parliament, P10_TA(2026)0198; European Commission; Gibson Dunn and Cooley, 2026)

Eine Auswahl der Pflichten aus Artikel 26; der Digital-Omnibus verschob ihr Datum, nicht ihren Inhalt. Die Information folgt den nationalen Regeln zur Unterrichtung der Beschäftigten. Keine Rechtsberatung.

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Wie man es misst

KI-Kompetenz:was zählt

Artikel 4 gilt seit dem 2. Februar 2025 für alle Anbieter und Betreiber, unabhängig vom Risiko des Systems. Der Digital-Omnibus hat 2026 seinen Wortlaut abgeschwächt; die Pflicht bleibt.

Bis Juli 2026

  • Nach besten Kräften ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz sicherstellen
  • bei Personal und anderen, die KI in ihrem Auftrag bedienen

Seit Juli 2026

  • Maßnahmen ergreifen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz zu fördern
  • Kein garantiertes Niveau für einzelne Personen

Beide Fassungen berücksichtigen Wissen, Erfahrung und Ausbildung der Menschen, den Einsatzkontext und die Betroffenen. Die Fragen und Antworten der Kommission verlangen ein allgemeines Verständnis von KI, die Rolle des Unternehmens als Anbieter oder Betreiber und die Risiken seiner Systeme. Ein Zertifikat ist nicht nötig; ein interner Nachweis der Schulungen genügt. Die nationalen Marktüberwachungsbehörden beaufsichtigen ab August 2026.

Hypothetisches Beispiel, ein Dispositionsteam mit zwei KI-Werkzeugen
Wer KI nutzt
12 von 14 Personen, ein Routenplaner und ein Chatbot
Schulung
eine Stunde zu Grenzen und Fehlern; 10 von 12 erledigt

Der Nachweis nennt Datum, Inhalt und Teilnehmende. Team und Zahlen sind erfunden.

Quellen: European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2024; European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2026 (über European Parliament, P10_TA(2026)0198; European Commission; Gibson Dunn and Cooley, 2026); European Commission, Shaping Europe's digital future, 2026

Die beiden Fassungen sind aus Artikel 4 vor und nach der Verordnung (EU) 2026/1744 zusammengefasst; das Beispiel stammt von der Redaktion.

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Werkzeug der Ausgabe

Die KI-Kartefür das Team

Eine Karte für jedes KI-System, das das Team nutzt. Vor dem ersten Einsatz ausfüllen, beim Schulungsnachweis aufbewahren und wieder ansehen, wenn sich das System oder sein Einsatz ändert. Probleme mit dem System gehören in die Schichtübergabe, mit verantwortlicher Person und Uhrzeit.

  1. 01System und Anbieterwas es tut, wer es liefert, wo die Betriebsanleitung liegt

  2. 02Einsatz und Risikostufewofür wir es nutzen; verboten, hoch, Transparenz oder minimal; wer entschieden hat

  3. 03Aufsichtwer es beaufsichtigt, mit welcher Schulung, und wer es stoppen darf

  4. 04Team informiertwann und wie; auch die Arbeitnehmervertretung

  5. 05KI-Kompetenzwas die Menschen gelernt haben, wann, wo der Nachweis liegt

  6. 06Probleme und Protokollewer an den Anbieter meldet, wo die Protokolle liegen, wie lange

Quellen: European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2024; European Commission, Shaping Europe's digital future, AI Act: Regulatory framework for AI, 2026; European Commission, Shaping Europe's digital future, AI Literacy: Questions & Answers (updated 27 July 2026)

Eine Praxis, die die Redaktion vorschlägt, nach den Artikeln 4, 5 und 26 sowie Anhang III des AI Act und den vier Stufen der Kommission. Sie ersetzt weder Rechtsberatung noch die Anleitung des Anbieters.

Management Review · Nr. 41 · November 2026Quellen
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Quellen und Methode

Jede Zahlhat eine Quelle.

Die Zahlen dieser Ausgabe stammen aus den folgenden Quellen. Das Jahr zeigt, wie aktuell jede ist.

  1. Regulation (EU) 2024/1689 laying down harmonised rules on artificial intelligence (Artificial Intelligence Act)European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2024https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1689/oj
  2. Regulation (EU) 2026/1744 amending Regulations (EU) 2024/1689, (EU) 2018/1139 and (EU) 2023/1230 (Digital Omnibus on AI)European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2026 · über European Parliament, P10_TA(2026)0198; European Commission; Gibson Dunn and Cooley, 2026https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2026/1744/oj
  3. AI Act: Regulatory framework for AIEuropean Commission, Shaping Europe's digital future, 2026https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/regulatory-framework-ai
  4. Commission Guidelines on prohibited artificial intelligence practices established by Regulation (EU) 2024/1689 (AI Act)European Commission, 2025 · über Lewis Silkin and Covington, 2025https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/library/commission-publishes-guidelines-prohibited-artificial-intelligence-ai-practices-defined-ai-act
  5. AI Literacy: Questions & Answers (updated 27 July 2026)European Commission, Shaping Europe's digital future, 2026https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/faqs/ai-literacy-questions-answers
  6. Usage of AI technologies increasing in EU enterprisesEurostat, 2025https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-eurostat-news/w/ddn-20250123-3
  7. Use of artificial intelligence in enterprises (Statistics Explained, data 2025)Eurostat, 2025https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Use_of_artificial_intelligence_in_enterprises
Redaktionelle Methode

Jede Zahl wurde auf Jahr, Herausgeber und genaue Bedeutung geprüft. Wo die Seite des Herausgebers nicht erreichbar war, wurde sie an unabhängigen Zusammenfassungen geprüft und mit „über“ markiert. Die Deutung der Redaktion ist als „Unsere Lesart“ markiert. Zahlen, die sich nicht bestätigen ließen, stehen nicht in der Ausgabe.

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Management Review · Nr. 41

Die Zahlen der Ausgabe

Die Grafiken der gedruckten Seiten, mit ihren Quellen.

Die ZahlenEU-Unternehmen mit 10 und mehr Beschäftigten, die KI nutzen
05101520252023202420258,0 %13,5 %20,0 %
05101520252023202420258,0 %13,5 %20,0 %

Quellen: Eurostat, Usage of AI technologies increasing in EU enterprises, 2025; Eurostat, Use of artificial intelligence in enterprises (Statistics Explained, data 2025)

Der ganze Text Die Ausgabe als Text lesen Zum Lesen auf kleinen Bildschirmen, zum Suchen oder mit Screenreader. Dieselben Worte, ohne die Seitengestaltung.

In dieser Ausgabe

KI-Werkzeuge können Schichten planen, Bewerbungen sortieren oder Arbeit prüfen, und seit 2024 hat die EU ein Gesetz dafür. Diese Ausgabe zeigt, was der AI Act von einer Führungskraft verlangt, deren Team KI nutzt, was schon gilt und was verschoben wurde. Sie beschreibt das Gesetz; sie ist keine Rechtsberatung.

Der AI Act trat im August 2024 in Kraft. Seine Verbote und die Pflicht zur KI-Kompetenz gelten seit Februar 2025; im Juli 2026 verschob eine zweite Verordnung die Regeln für Hochrisiko-Anwendungen, darunter Einstellung und Führung von Beschäftigten, auf Dezember 2027. Eurostat zählt 2025 jedes fünfte EU-Unternehmen mit KI. Das Gesetz ordnet Anwendungen in vier Risikostufen, verbietet Emotionserkennung am Arbeitsplatz und gibt Arbeitgebern, die Hochrisiko-Systeme betreiben, eigene Pflichten, angefangen damit, das Team zu informieren.

Stiven Janaqi, Herausgeber

Titelthema

Was gilt, und ab wann

Der AI Act, die Verordnung (EU) 2024/1689, trat am 1. August 2024 in Kraft und gilt schrittweise. Im Juli 2026 änderte die EU einen Teil seines Zeitplans mit einer zweiten Verordnung, dem Digital-Omnibus zur KI.

  • 2025 2. Februar: die Verbote, darunter Emotionserkennung am Arbeitsplatz, und die Pflicht zur KI-Kompetenz.
  • 2026 2. August: der Großteil des Gesetzes, auch die Transparenz bei Chatbots und Deepfakes.
  • 2027 2. Dezember: Hochrisiko-Regeln für Anwendungen nach Anhang III, darunter Arbeit und Einstellung.
  • 2028 2. August: Hochrisiko-Regeln für KI in regulierten Produkten.

Der Aufschub ist Gesetz, kein Vorschlag. Die Kommission schlug ihn im November 2025 vor, weil die Normen für Hochrisiko-Systeme fehlten; das Parlament stimmte am 16. Juni 2026 zu, der Rat am 29. Juni, und die Verordnung (EU) 2026/1744 trat am 27. Juli 2026 in Kraft. Anhang III rückte vom 2. August 2026, die Produktregeln vom 2. August 2027. Seit August 2025 gelten die Regeln für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck und die Sanktionen.

Unsere Lesart

Verschoben wurden die Hochrisiko-Regeln, nicht die Verbote oder die KI-Kompetenz. Diese gelten seit Februar 2025.

Daten nach Artikel 113 in der Fassung von 2026. Das Gesetz erfasst auch Unternehmen außerhalb der EU, wenn die Ergebnisse ihrer KI in der EU verwendet werden (Artikel 2). Eine Beschreibung des Gesetzes, keine Rechtsberatung.

Quellen: European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2024; European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2026 (über European Parliament, P10_TA(2026)0198; European Commission; Gibson Dunn and Cooley, 2026); European Commission, Shaping Europe's digital future, 2026

Die Zahlen

KI in jedem fünften Unternehmen

Eurostat fragt Unternehmen in der EU mit mindestens 10 Beschäftigten, ob sie KI-Technologien nutzen, etwa Text Mining, Spracherkennung oder Sprachgenerierung. Der Anteil hat sich in zwei Jahren mehr als verdoppelt.

EU-Unternehmen mit 10 und mehr Beschäftigten, die KI nutzen: 2023 8,0 %, 2024 13,5 %, 2025 20,0 %.

Die Größe macht den Unterschied: 2025 nutzten 55 % der großen Unternehmen KI, 30 % der mittleren und 17 % der kleinen. Im Sinne des Gesetzes ist jedes Unternehmen, das ein KI-System in eigener Verantwortung verwendet, Betreiber, nicht nur die Unternehmen, die es bauen.

Unsere Lesart

Die meisten Unternehmen begegnen dem Gesetz als Nutzer gekaufter Werkzeuge. Für sie gelten die Pflichten des Betreibers.

EU-27, Unternehmen mit 10 und mehr Beschäftigten; Kleinstunternehmen sind nicht erfasst. Nutzung mindestens einer KI-Technologie, nicht nur generativer KI. Der Betreiber ist in Artikel 3 Nummer 4 des Gesetzes definiert.

Quellen: Eurostat, Usage of AI technologies increasing in EU enterprises, 2025; Eurostat, Use of artificial intelligence in enterprises (Statistics Explained, data 2025); European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2024

Das Modell

Vier Risikostufen

Das Gesetz regelt KI-Anwendungen nach ihrem Risiko für Gesundheit, Sicherheit und Grundrechte. Die Europäische Kommission beschreibt vier Stufen, vom Verbot bis zu keinen neuen Regeln.

  • Unannehmbar: verboten. Unter den Praktiken in Artikel 5: Emotionen von Menschen am Arbeitsplatz ableiten, außer aus medizinischen oder Sicherheitsgründen; Social Scoring; Manipulation.
  • Hoch: strenge Pflichten. Anhang III, Nummer 4: KI zur Einstellung und Auswahl, für Entscheidungen über Beförderung oder Kündigung, zur Aufgabenverteilung nach Verhalten oder Merkmalen oder zur Überwachung und Bewertung der Leistung.
  • Transparenz: Menschen informieren. Menschen müssen wissen, wenn sie mit einem Chatbot sprechen; Deepfakes müssen gekennzeichnet sein (Artikel 50).
  • Minimal: keine neuen Regeln. Etwa Spamfilter oder KI in Videospielen.

In ihren Leitlinien von 2025 wertet die Kommission ein Callcenter als verboten, das den Ärger seiner Beschäftigten per Webcam und Spracherkennung verfolgt. Bei Kunden gilt das nicht, wenn nicht zugleich das Personal erfasst wird. Müdigkeit und Schmerz sind körperliche Zustände, keine Emotionen.

Unsere Lesart

Die Stufe hängt von der Anwendung ab, nicht von der Software: Dasselbe Werkzeug kann Routen planen oder Menschen einstufen.

Ein System nach Anhang III kann aus der hohen Stufe fallen, etwa wenn es nur eine eng begrenzte Verfahrensaufgabe erfüllt (Artikel 6 Absatz 3); eines, das Profile von Menschen erstellt, nie. Die Leitlinien sind nicht verbindlich.

Quellen: European Commission, Shaping Europe's digital future, 2026; European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2024; European Commission, 2025 (über Lewis Silkin and Covington, 2025)

Wie es umgesetzt wird

Bevor das System startet

Ein Unternehmen, das ein Hochrisiko-KI-System in eigener Verantwortung verwendet, ist dessen Betreiber. Artikel 26 gibt dem Betreiber eigene Pflichten, getrennt von denen des Anbieters; für Systeme nach Anhang III gelten sie ab dem 2. Dezember 2027.

  • Der Betriebsanleitung folgen. Das System so verwenden, wie es die Betriebsanleitung des Anbieters vorsieht (26 Abs. 1).
  • Aufsicht benennen. Mit Kompetenz, Schulung und Befugnis dafür, und mit Unterstützung (26 Abs. 2).
  • Zuerst das Team informieren. Arbeitgeber informieren die Arbeitnehmervertretung und die betroffenen Beschäftigten, bevor das System am Arbeitsplatz eingesetzt wird (26 Abs. 7).
  • Überwachen und melden. Zeigt sich ein Risiko, Anbieter und Behörde informieren und die Nutzung aussetzen; schwerwiegende Vorfälle melden (26 Abs. 5).
  • Protokolle aufbewahren, Betroffene informieren. Protokolle mindestens sechs Monate; Personen, über die es entscheidet oder mitentscheidet, werden informiert (26 Abs. 6 und 11).

Unsere Lesart

Die Information an das Team kommt vor dem ersten Einsatz, nicht nach der ersten Beschwerde.

Eine Auswahl der Pflichten aus Artikel 26; der Digital-Omnibus verschob ihr Datum, nicht ihren Inhalt. Die Information folgt den nationalen Regeln zur Unterrichtung der Beschäftigten. Keine Rechtsberatung.

Quellen: European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2024; European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2026 (über European Parliament, P10_TA(2026)0198; European Commission; Gibson Dunn and Cooley, 2026)

Wie man es misst

KI-Kompetenz: was zählt

Artikel 4 gilt seit dem 2. Februar 2025 für alle Anbieter und Betreiber, unabhängig vom Risiko des Systems. Der Digital-Omnibus hat 2026 seinen Wortlaut abgeschwächt; die Pflicht bleibt.

Bis Juli 2026

  • Nach besten Kräften ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz sicherstellen
  • bei Personal und anderen, die KI in ihrem Auftrag bedienen

Seit Juli 2026

  • Maßnahmen ergreifen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz zu fördern
  • Kein garantiertes Niveau für einzelne Personen

Beide Fassungen berücksichtigen Wissen, Erfahrung und Ausbildung der Menschen, den Einsatzkontext und die Betroffenen. Die Fragen und Antworten der Kommission verlangen ein allgemeines Verständnis von KI, die Rolle des Unternehmens als Anbieter oder Betreiber und die Risiken seiner Systeme. Ein Zertifikat ist nicht nötig; ein interner Nachweis der Schulungen genügt. Die nationalen Marktüberwachungsbehörden beaufsichtigen ab August 2026.

Hypothetisches Beispiel, ein Dispositionsteam mit zwei KI-Werkzeugen

  • Wer KI nutzt: 12 von 14 Personen, ein Routenplaner und ein Chatbot
  • Schulung: eine Stunde zu Grenzen und Fehlern; 10 von 12 erledigt

Der Nachweis nennt Datum, Inhalt und Teilnehmende. Team und Zahlen sind erfunden.

Die beiden Fassungen sind aus Artikel 4 vor und nach der Verordnung (EU) 2026/1744 zusammengefasst; das Beispiel stammt von der Redaktion.

Quellen: European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2024; European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2026 (über European Parliament, P10_TA(2026)0198; European Commission; Gibson Dunn and Cooley, 2026); European Commission, Shaping Europe's digital future, 2026

Mehr im Essay: „Schau, wie ich es mache“ ist keine Einarbeitung

Werkzeug der Ausgabe

Die KI-Karte für das Team

Eine Karte für jedes KI-System, das das Team nutzt. Vor dem ersten Einsatz ausfüllen, beim Schulungsnachweis aufbewahren und wieder ansehen, wenn sich das System oder sein Einsatz ändert. Probleme mit dem System gehören in die Schichtübergabe, mit verantwortlicher Person und Uhrzeit.

  1. System und Anbieter was es tut, wer es liefert, wo die Betriebsanleitung liegt
  2. Einsatz und Risikostufe wofür wir es nutzen; verboten, hoch, Transparenz oder minimal; wer entschieden hat
  3. Aufsicht wer es beaufsichtigt, mit welcher Schulung, und wer es stoppen darf
  4. Team informiert wann und wie; auch die Arbeitnehmervertretung
  5. KI-Kompetenz was die Menschen gelernt haben, wann, wo der Nachweis liegt
  6. Probleme und Protokolle wer an den Anbieter meldet, wo die Protokolle liegen, wie lange

Eine Praxis, die die Redaktion vorschlägt, nach den Artikeln 4, 5 und 26 sowie Anhang III des AI Act und den vier Stufen der Kommission. Sie ersetzt weder Rechtsberatung noch die Anleitung des Anbieters.

Quellen: European Parliament and Council of the European Union, Official Journal of the EU, 2024; European Commission, Shaping Europe's digital future, AI Act: Regulatory framework for AI, 2026; European Commission, Shaping Europe's digital future, AI Literacy: Questions & Answers (updated 27 July 2026)

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Quellen und Methode

Jede Zahl hat eine Quelle.

Die Zahlen dieser Ausgabe stammen aus den folgenden Quellen. Das Jahr zeigt, wie aktuell jede ist.

Redaktionelle Methode

Jede Zahl wurde auf Jahr, Herausgeber und genaue Bedeutung geprüft. Wo die Seite des Herausgebers nicht erreichbar war, wurde sie an unabhängigen Zusammenfassungen geprüft und mit „über“ markiert. Die Deutung der Redaktion ist als „Unsere Lesart“ markiert. Zahlen, die sich nicht bestätigen ließen, stehen nicht in der Ausgabe.

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