Management Review · Erste Serie · Oktober 2026 · Nr. 40

Gemba: führen, wo die Arbeit geschieht

Ohnos Kreis auf dem Boden, was Beschäftigte von den Rundgängen der Leitung merken, Womacks Zweck, Prozess und Menschen, eine randomisierte Studie zum Herumgehen, Manns vier Fragen und eine Karte für den eigenen Rundgang.

Nr.
40
Seiten
10
Quellen
8
Themen
Betrieb
Stiven CatalystErste Serie · Oktober 2026
ManagementReview

Management ohne Theater.

Betrieb

Gemba:führen, wo die Arbeit geschieht

Ohnos Kreis auf dem Boden, was Beschäftigte von den Rundgängen der Leitung merken, Womacks Zweck, Prozess und Menschen, eine randomisierte Studie zum Herumgehen, Manns vier Fragen und eine Karte für den eigenen Rundgang.

Nr.40

49 %

der Befragten in 44 neonatologischen Intensivstationen wussten nicht sicher, ob Rundgänge der Leitung überhaupt stattfanden.Sexton et al., 2014

In dieser Ausgabe

  1. TitelthemaIm Kreis stehenSeite 03
  2. Das ModellZweck, Prozess, MenschenSeite 05
  3. Werkzeug der AusgabeDie Karte für den Gemba-RundgangSeite 08

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Management Review · Nr. 40 · Oktober 2026Betrieb
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Nr. 40 · Betrieb

In dieser Ausgabe

Ein Bericht sagt, was passiert ist, selten aber, wie. Diese Ausgabe handelt davon, an den Ort zu gehen, an dem die Arbeit gemacht wird, das Gemba, und davon, worauf eine Führungskraft dort achtet, was sie fragt und was sie danach tut.

Taiichi Ohno ließ seine Schüler in einem Kreis auf dem Hallenboden stehen und zuschauen. Jim Womack machte daraus einen Gang entlang eines ganzen Wertstroms, mit drei Fragen. In 44 neonatologischen Stationen wusste fast die Hälfte der Beschäftigten nicht sicher, ob die Leitung überhaupt Rundgänge machte. In einer randomisierten Studie in US-Kliniken machte das Herumgehen die Lage im Schnitt schlechter, außer dort, wo die gefundenen Probleme gelöst wurden. David Manns vier Fragen zeigen, was man unterwegs fragt.

  1. 03TitelthemaIm Kreis stehen
  2. 04Die ZahlenWer den Rundgang bemerkt
  3. 05Das ModellZweck, Prozess, Menschen
  4. 06Was die Forschung sagtWenn Herumgehen schadet
  5. 07Wie man es misstVier Fragen, eine Zählung
  6. 08Werkzeug der AusgabeDie Karte für den Gemba-Rundgang
  7. 09QuellenQuellen und Methode

So lesen Sie diese Ausgabe

Zahl

Jede Zahl hat Quelle und Jahr unten auf ihrer Seite.

Unsere Lesart

Wo die Redaktion deutet und nicht die Forschung, steht es dabei.

Praxis

Schritte und Karte sind Vorschläge zum Ausprobieren, keine Forschungsergebnisse.

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Titelthema

Im Kreisstehen

Nach Teruyuki Minoura, einem seiner Schüler, der später die Produktion von Toyota in Nordamerika leitete, führte Taiichi Ohno seine Schüler an eine Problemstelle und zeichnete einen Kreis auf den Boden, in dem sie beobachten, nachdenken und analysieren sollten.

“Er wollte, dass wir zuschauen und immer wieder ‚warum‘ fragen.”

01

Gemba

„der tatsächliche Ort“: wo Wert entsteht, eine Halle, eine Station, eine Küche, eine Laderampe

02

Genchi Genbutsu

realer Ort, reale Sache: hingehen und die Fakten selbst sehen

03

Gemba-Rundgang

die Lage durch Beobachten und Fragen erfassen, bevor man handelt

Unsere Lesart

Beim Kreis geht es nicht ums Stillstehen, sondern darum, so lange hinzusehen, bis man nicht mehr sieht, was man erwartet hat.

Quellen: John Teresko, IndustryWeek, 2004; Lean Enterprise Institute, 2014

Den Kreis kennt man aus Erzählungen von Ohnos Schülern; wie lange sie darin standen, schwankt von Erzählung zu Erzählung, deshalb nennen wir keine Zahl. Die drei Begriffe folgen dem Lexikon des Lean Enterprise Institute.

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Die Zahlen

Wer den Rundgangbemerkt

Bei Leadership WalkRounds besucht die oberste Leitung Beschäftigte an der Front, um über Sicherheit zu sprechen. J. Bryan Sexton und Kollegen befragten dazu Beschäftigte in 44 neonatologischen Intensivstationen in den USA; 2.073 von 3.294 antworteten (62,9 %).

Beschäftigte in 44 neonatologischen Intensivstationen, 2014

Nahmen an einem Rundgang teil20,9 %Erfuhren, welche Risiken er senkte18,4 %Unsicher, ob es Rundgänge gab49,1 %

Stationen, in denen mehr Beschäftigte erfuhren, was die Rundgänge verändert hatten, bewerteten ihre Sicherheitskultur besser und berichteten tendenziell weniger Burnout. In den Erwachsenenbereichen, die zum Vergleich dienten, hatten 27,6 % teilgenommen.

Unsere Lesart

Ein Rundgang, von dem das Team nie wieder hört, hat für das Team nicht stattgefunden.

Quelle: J. Bryan Sexton et al., BMJ Quality & Safety, 2014

Teilnahme und Rückmeldung sind Mittelwerte der Stationen; 49,1 % ist der Anteil aller Antwortenden. Eine Befragung zu einem Zeitpunkt: Sie zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache.

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Das Modell

Zweck, Prozess,Menschen

Jim Womack, Gründer des Lean Enterprise Institute, sammelte ein Jahrzehnt seiner Rundgänge in Gemba Walks (2011). Wert fließt quer durch ein Unternehmen, sagt er, während das Unternehmen in senkrechten Abteilungen organisiert ist. Also einen Wertstrom von Anfang bis Ende gehen, gemeinsam mit allen, die ihn berühren.

01

Zweck

Welches Problem löst dieser Prozess für den Kunden?

02

Prozess

Wie funktioniert er tatsächlich, Schritt für Schritt?

03

Menschen

Sind sie daran beteiligt, ihn zu schaffen, zu halten und zu verbessern?

Im Vorwort des Buchs erinnert John Shook daran, wie Toyota-Chairman Fujio Cho zusammenfasste, was Lean-Führungskräfte tun: hingehen und sehen, nach dem Warum fragen, Respekt zeigen. Womack selbst sagte 2011 vor Publikum, Wert entstehe immer unten.

Unsere Lesart

Allein sieht man eine Abteilung. Gemeinsam sieht man die Übergaben zwischen Abteilungen, wo Probleme meist warten.

Quellen: James P. Womack, Lean Enterprise Institute, 2011 (über Lean Enterprise Institute, press release and excerpt); Jill Jusko, IndustryWeek, 2011; Lean Enterprise Institute, 2014

Die drei Fragen folgen dem Lexikon des Lean Enterprise Institute; Chos Worte zitiert Shook. Die Deutung stammt von der Redaktion.

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Was die Forschung sagt

Wenn Herumgehenschadet

Anita Tucker und Sara Singer testeten Führen durch Herumgehen in zufällig ausgewählten US-Kliniken. 18 Monate lang beobachtete die oberste Leitung die Arbeit an der Front, sammelte Ideen und arbeitete mit dem Personal an den Problemen. 56 Bereiche nahmen teil, 138 in Kontrollkliniken nicht.

Probleme je Bereich, im Schnitt

19Gefunden11Bearbeitet

Im Schnitt senkte das Programm die Einschätzung des Personals, ob sich etwas verbessert, im Vergleich zu den Kontrollbereichen. Besser wirkte es, wo Teams Probleme angingen, die sich in 30 Tagen lösen ließen, und wo ein Mitglied der obersten Leitung dafür verantwortlich war, dass ein Problem gelöst wurde. In einigen der Bereiche, die am stärksten abfielen, ging die Zeit ins Sortieren der Probleme, und keines wurde gelöst.

Unsere Lesart

Gesehen zu werden ist nicht der Zweck. Ein Rundgang lohnt sich erst, wenn behoben wird, was er findet.

Quelle: Anita L. Tucker & Sara J. Singer, Production and Operations Management, 2015 (über Harvard Business School, Working Paper 12-113, 2013)

Die Verbesserung bewerteten Pflegekräfte auf einer Skala von 1 bis 5, vorher (2004) und nachher (2006). Die Zahlen je Bereich stammen aus dem Arbeitspapier von 2013; der veröffentlichte Artikel (2015) nennt dasselbe Design und dieselben Befunde.

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Wie man es misst

Vier Fragen,eine Zählung

David Mann, Autor von Creating a Lean Culture, sieht den Gemba-Rundgang als wiederholbaren Teil der Standardarbeit einer Führungskraft, nicht als Abhaken. Er schlägt vor, so zu beginnen: „Ich bin eigentlich als Schüler hier, und Sie sind die Lehrer.“ Dann vier Fragen:

  1. Was ist hier der Prozess?

    Sich zeigen lassen, nicht erzählen.

  2. Woran erkennen Sie, dass er funktioniert?

    Eine Tafel, eine Zählung oder ein Signal, das man vom Standort aus sieht.

  3. Was tun Sie, wenn er nicht funktioniert?

    Auf einen Meldeweg achten, nicht auf einen Umweg.

  4. Wird daran gearbeitet, ihn zu verbessern?

    Nach der letzten Änderung fragen und wer sie vorschlug.

Hypothetisches Beispiel, ein Monat Rundgänge im Versandbereich
Rundgänge
8 geplant, 7 gemacht
Probleme
14 gefunden, 9 binnen 30 Tagen gelöst
Rückmeldung
das Team erfuhr von 4 der 9

Die Lücke steckt in der letzten Zeile: Die Lösungen gab es, aber das Team erfuhr kaum davon. Die Zahlen sind erfunden.

Quellen: Mark Graban, Lean Blog Podcast #212, 2014; David Mann, Productivity Press, 2005; Anita L. Tucker & Sara J. Singer, Production and Operations Management, 2015 (über Harvard Business School, Working Paper 12-113, 2013); J. Bryan Sexton et al., BMJ Quality & Safety, 2014

Fragen und Eröffnungssatz stammen von Mann, aus einem Interview von 2014; die Hinweise darunter und das Beispiel stammen von der Redaktion. Zu zählen, was gelöst und zurückgemeldet wird, folgt Tucker & Singer und Sexton et al.

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Werkzeug der Ausgabe

Die Karte für denGemba-Rundgang

Ein Rundgang, ein Prozess. Notieren, was man gesehen hat, nicht wer es getan hat, und vor dem Gehen das Datum festlegen, an dem man mit einer Antwort zurückkommt.

  1. 01Prozess und Ortwelcher Wertstrom, wo er beginnt und endet

  2. 02Zweckwelches Problem er für den Kunden löst

  3. 03Was ich gesehen habeFakten und Orte, keine Meinungen oder Namen

  4. 04Was sie tun, wenn er versagtin den Worten der Menschen, die die Arbeit machen

  5. 05Probleme, die ich mitnehmewelche sich in 30 Tagen lösen lassen; wer für jedes verantwortlich ist

  6. 06Zurückgemeldetwann und wie das Team erfährt, was sich geändert hat

Quellen: Lean Enterprise Institute, 2014; Mark Graban, Lean Blog Podcast #212, 2014; Anita L. Tucker & Sara J. Singer, Production and Operations Management, 2015 (über Harvard Business School, Working Paper 12-113, 2013)

Eine Praxis, die die Redaktion vorschlägt, nach Womacks drei Fragen, Manns Fragen und den Befunden von Tucker & Singer.

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Quellen und Methode

Jede Zahlhat eine Quelle.

Die Zahlen dieser Ausgabe stammen aus den folgenden Quellen. Das Jahr zeigt, wie aktuell jede ist.

  1. Step Inside the CircleJohn Teresko, IndustryWeek, 2004https://www.industryweek.com/leadership/companies-executives/article/21942244/step-inside-the-circle
  2. Lean Lexicon: gemba; gemba walkLean Enterprise Institute, 2014https://www.lean.org/lexicon-terms/gemba-walk/
  3. Exposure to Leadership WalkRounds in neonatal intensive care units is associated with a better patient safety culture and less caregiver burnoutJ. Bryan Sexton et al., BMJ Quality & Safety, 2014https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4167964/
  4. Gemba WalksJames P. Womack, Lean Enterprise Institute, 2011 · über Lean Enterprise Institute, press release and excerpthttps://www.lean.org/about-lei/press-releases/lean-management-book-gemba-walks-by-james-womack-challenges-the-prevailing-management-system/
  5. Taking the Gemba WalkJill Jusko, IndustryWeek, 2011https://www.industryweek.com/operations/continuous-improvement/article/21961267/taking-the-gemba-walk
  6. The Effectiveness of Management-By-Walking-Around: A Randomized Field StudyAnita L. Tucker & Sara J. Singer, Production and Operations Management, 2015 · über Harvard Business School, Working Paper 12-113, 2013https://doi.org/10.1111/poms.12226
  7. Creating a Lean Culture: David Mann on Leader Standard Work and Lean Management SystemsMark Graban, Lean Blog Podcast #212, 2014https://www.leanblog.org/2014/12/podcast-212-david-mann-creating-a-lean-culture-3rd-ed/
  8. Creating a Lean Culture: Tools to Sustain Lean ConversionsDavid Mann, Productivity Press, 2005
Redaktionelle Methode

Jede Zahl wurde auf Jahr, Herausgeber und genaue Bedeutung geprüft. Wo die Seite des Herausgebers nicht erreichbar war, wurde sie an unabhängigen Zusammenfassungen geprüft und mit „über“ markiert. Die Deutung der Redaktion ist als „Unsere Lesart“ markiert. Zahlen, die sich nicht bestätigen ließen, stehen nicht in der Ausgabe.

ManagementReview

Management ohne Theater.

Jede Ausgabe eine Führungsfrage, geprüft an der besten Forschung.

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Management Review · Nr. 40 · Oktober 2026 · Stiven Catalyst

Management Review · Nr. 40

Die Zahlen der Ausgabe

Die Grafiken der gedruckten Seiten, mit ihren Quellen.

Die ZahlenBeschäftigte in 44 neonatologischen Intensivstationen, 2014
Nahmen an einem Rundgang teil20,9 %Erfuhren, welche Risiken er senkte18,4 %Unsicher, ob es Rundgänge gab49,1 %
Nahmen an einem Rundgang teil20,9 %Erfuhren, welche Risiken er senkte18,4 %Unsicher, ob es Rundgänge gab49,1 %

Quelle: J. Bryan Sexton et al., BMJ Quality & Safety, 2014

Was die Forschung sagtProbleme je Bereich, im Schnitt
19Gefunden11Bearbeitet
19Gefunden11Bearbeitet

Quelle: Anita L. Tucker & Sara J. Singer, Production and Operations Management, 2015 (über Harvard Business School, Working Paper 12-113, 2013)

Der ganze Text Die Ausgabe als Text lesen Zum Lesen auf kleinen Bildschirmen, zum Suchen oder mit Screenreader. Dieselben Worte, ohne die Seitengestaltung.

In dieser Ausgabe

Ein Bericht sagt, was passiert ist, selten aber, wie. Diese Ausgabe handelt davon, an den Ort zu gehen, an dem die Arbeit gemacht wird, das Gemba, und davon, worauf eine Führungskraft dort achtet, was sie fragt und was sie danach tut.

Taiichi Ohno ließ seine Schüler in einem Kreis auf dem Hallenboden stehen und zuschauen. Jim Womack machte daraus einen Gang entlang eines ganzen Wertstroms, mit drei Fragen. In 44 neonatologischen Stationen wusste fast die Hälfte der Beschäftigten nicht sicher, ob die Leitung überhaupt Rundgänge machte. In einer randomisierten Studie in US-Kliniken machte das Herumgehen die Lage im Schnitt schlechter, außer dort, wo die gefundenen Probleme gelöst wurden. David Manns vier Fragen zeigen, was man unterwegs fragt.

Stiven Janaqi, Herausgeber

Titelthema

Im Kreis stehen

Nach Teruyuki Minoura, einem seiner Schüler, der später die Produktion von Toyota in Nordamerika leitete, führte Taiichi Ohno seine Schüler an eine Problemstelle und zeichnete einen Kreis auf den Boden, in dem sie beobachten, nachdenken und analysieren sollten.

Er wollte, dass wir zuschauen und immer wieder ‚warum‘ fragen.

  • Gemba. „der tatsächliche Ort“: wo Wert entsteht, eine Halle, eine Station, eine Küche, eine Laderampe
  • Genchi Genbutsu. realer Ort, reale Sache: hingehen und die Fakten selbst sehen
  • Gemba-Rundgang. die Lage durch Beobachten und Fragen erfassen, bevor man handelt

Unsere Lesart

Beim Kreis geht es nicht ums Stillstehen, sondern darum, so lange hinzusehen, bis man nicht mehr sieht, was man erwartet hat.

Den Kreis kennt man aus Erzählungen von Ohnos Schülern; wie lange sie darin standen, schwankt von Erzählung zu Erzählung, deshalb nennen wir keine Zahl. Die drei Begriffe folgen dem Lexikon des Lean Enterprise Institute.

Quellen: John Teresko, IndustryWeek, 2004; Lean Enterprise Institute, 2014

Die Zahlen

Wer den Rundgang bemerkt

Bei Leadership WalkRounds besucht die oberste Leitung Beschäftigte an der Front, um über Sicherheit zu sprechen. J. Bryan Sexton und Kollegen befragten dazu Beschäftigte in 44 neonatologischen Intensivstationen in den USA; 2.073 von 3.294 antworteten (62,9 %).

Beschäftigte in 44 neonatologischen Intensivstationen, 2014: Nahmen an einem Rundgang teil 20,9 %, Erfuhren, welche Risiken er senkte 18,4 %, Unsicher, ob es Rundgänge gab 49,1 %.

Stationen, in denen mehr Beschäftigte erfuhren, was die Rundgänge verändert hatten, bewerteten ihre Sicherheitskultur besser und berichteten tendenziell weniger Burnout. In den Erwachsenenbereichen, die zum Vergleich dienten, hatten 27,6 % teilgenommen.

Unsere Lesart

Ein Rundgang, von dem das Team nie wieder hört, hat für das Team nicht stattgefunden.

Teilnahme und Rückmeldung sind Mittelwerte der Stationen; 49,1 % ist der Anteil aller Antwortenden. Eine Befragung zu einem Zeitpunkt: Sie zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache.

Quelle: J. Bryan Sexton et al., BMJ Quality & Safety, 2014

Das Modell

Zweck, Prozess, Menschen

Jim Womack, Gründer des Lean Enterprise Institute, sammelte ein Jahrzehnt seiner Rundgänge in Gemba Walks (2011). Wert fließt quer durch ein Unternehmen, sagt er, während das Unternehmen in senkrechten Abteilungen organisiert ist. Also einen Wertstrom von Anfang bis Ende gehen, gemeinsam mit allen, die ihn berühren.

  • Zweck. Welches Problem löst dieser Prozess für den Kunden?
  • Prozess. Wie funktioniert er tatsächlich, Schritt für Schritt?
  • Menschen. Sind sie daran beteiligt, ihn zu schaffen, zu halten und zu verbessern?

Im Vorwort des Buchs erinnert John Shook daran, wie Toyota-Chairman Fujio Cho zusammenfasste, was Lean-Führungskräfte tun: hingehen und sehen, nach dem Warum fragen, Respekt zeigen. Womack selbst sagte 2011 vor Publikum, Wert entstehe immer unten.

Unsere Lesart

Allein sieht man eine Abteilung. Gemeinsam sieht man die Übergaben zwischen Abteilungen, wo Probleme meist warten.

Die drei Fragen folgen dem Lexikon des Lean Enterprise Institute; Chos Worte zitiert Shook. Die Deutung stammt von der Redaktion.

Quellen: James P. Womack, Lean Enterprise Institute, 2011 (über Lean Enterprise Institute, press release and excerpt); Jill Jusko, IndustryWeek, 2011; Lean Enterprise Institute, 2014

Mehr im Essay: Kennzahlen werden nicht in Excel besser

Was die Forschung sagt

Wenn Herumgehen schadet

Anita Tucker und Sara Singer testeten Führen durch Herumgehen in zufällig ausgewählten US-Kliniken. 18 Monate lang beobachtete die oberste Leitung die Arbeit an der Front, sammelte Ideen und arbeitete mit dem Personal an den Problemen. 56 Bereiche nahmen teil, 138 in Kontrollkliniken nicht.

Probleme je Bereich, im Schnitt: Gefunden 19, Bearbeitet 11.

Im Schnitt senkte das Programm die Einschätzung des Personals, ob sich etwas verbessert, im Vergleich zu den Kontrollbereichen. Besser wirkte es, wo Teams Probleme angingen, die sich in 30 Tagen lösen ließen, und wo ein Mitglied der obersten Leitung dafür verantwortlich war, dass ein Problem gelöst wurde. In einigen der Bereiche, die am stärksten abfielen, ging die Zeit ins Sortieren der Probleme, und keines wurde gelöst.

Unsere Lesart

Gesehen zu werden ist nicht der Zweck. Ein Rundgang lohnt sich erst, wenn behoben wird, was er findet.

Die Verbesserung bewerteten Pflegekräfte auf einer Skala von 1 bis 5, vorher (2004) und nachher (2006). Die Zahlen je Bereich stammen aus dem Arbeitspapier von 2013; der veröffentlichte Artikel (2015) nennt dasselbe Design und dieselben Befunde.

Quelle: Anita L. Tucker & Sara J. Singer, Production and Operations Management, 2015 (über Harvard Business School, Working Paper 12-113, 2013)

Wie man es misst

Vier Fragen, eine Zählung

David Mann, Autor von Creating a Lean Culture, sieht den Gemba-Rundgang als wiederholbaren Teil der Standardarbeit einer Führungskraft, nicht als Abhaken. Er schlägt vor, so zu beginnen: „Ich bin eigentlich als Schüler hier, und Sie sind die Lehrer.“ Dann vier Fragen:

  • Was ist hier der Prozess?. Sich zeigen lassen, nicht erzählen.
  • Woran erkennen Sie, dass er funktioniert?. Eine Tafel, eine Zählung oder ein Signal, das man vom Standort aus sieht.
  • Was tun Sie, wenn er nicht funktioniert?. Auf einen Meldeweg achten, nicht auf einen Umweg.
  • Wird daran gearbeitet, ihn zu verbessern?. Nach der letzten Änderung fragen und wer sie vorschlug.

Hypothetisches Beispiel, ein Monat Rundgänge im Versandbereich

  • Rundgänge: 8 geplant, 7 gemacht
  • Probleme: 14 gefunden, 9 binnen 30 Tagen gelöst
  • Rückmeldung: das Team erfuhr von 4 der 9

Die Lücke steckt in der letzten Zeile: Die Lösungen gab es, aber das Team erfuhr kaum davon. Die Zahlen sind erfunden.

Fragen und Eröffnungssatz stammen von Mann, aus einem Interview von 2014; die Hinweise darunter und das Beispiel stammen von der Redaktion. Zu zählen, was gelöst und zurückgemeldet wird, folgt Tucker & Singer und Sexton et al.

Quellen: Mark Graban, Lean Blog Podcast #212, 2014; David Mann, Productivity Press, 2005; Anita L. Tucker & Sara J. Singer, Production and Operations Management, 2015 (über Harvard Business School, Working Paper 12-113, 2013); J. Bryan Sexton et al., BMJ Quality & Safety, 2014

Werkzeug der Ausgabe

Die Karte für den Gemba-Rundgang

Ein Rundgang, ein Prozess. Notieren, was man gesehen hat, nicht wer es getan hat, und vor dem Gehen das Datum festlegen, an dem man mit einer Antwort zurückkommt.

  1. Prozess und Ort welcher Wertstrom, wo er beginnt und endet
  2. Zweck welches Problem er für den Kunden löst
  3. Was ich gesehen habe Fakten und Orte, keine Meinungen oder Namen
  4. Was sie tun, wenn er versagt in den Worten der Menschen, die die Arbeit machen
  5. Probleme, die ich mitnehme welche sich in 30 Tagen lösen lassen; wer für jedes verantwortlich ist
  6. Zurückgemeldet wann und wie das Team erfährt, was sich geändert hat

Eine Praxis, die die Redaktion vorschlägt, nach Womacks drei Fragen, Manns Fragen und den Befunden von Tucker & Singer.

Quellen: Lean Enterprise Institute, 2014; Mark Graban, Lean Blog Podcast #212, 2014; Anita L. Tucker & Sara J. Singer, Production and Operations Management, 2015 (über Harvard Business School, Working Paper 12-113, 2013)

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Quellen und Methode

Jede Zahl hat eine Quelle.

Die Zahlen dieser Ausgabe stammen aus den folgenden Quellen. Das Jahr zeigt, wie aktuell jede ist.

Redaktionelle Methode

Jede Zahl wurde auf Jahr, Herausgeber und genaue Bedeutung geprüft. Wo die Seite des Herausgebers nicht erreichbar war, wurde sie an unabhängigen Zusammenfassungen geprüft und mit „über“ markiert. Die Deutung der Redaktion ist als „Unsere Lesart“ markiert. Zahlen, die sich nicht bestätigen ließen, stehen nicht in der Ausgabe.

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