Management Review · Erste Serie · Oktober 2026 · Nr. 37

Dashboards, die genutzt werden

Ein Bildschirm, ein Blick nach Few, wie sicher sich Menschen mit Daten fühlen, der Bullet-Graph, wer Dashboards nutzt und wofür, fünf Gestaltungsfehler und eine Karte für ein Dashboard, das genutzt wird.

Nr.
37
Seiten
10
Quellen
7
Themen
KPIs
Stiven CatalystErste Serie · Oktober 2026
ManagementReview

Management ohne Theater.

KPIs

Dashboards,die genutzt werden

Ein Bildschirm, ein Blick nach Few, wie sicher sich Menschen mit Daten fühlen, der Bullet-Graph, wer Dashboards nutzt und wofür, fünf Gestaltungsfehler und eine Karte für ein Dashboard, das genutzt wird.

Nr.37

21 %

von 9.000 Beschäftigten in neun Ländern gaben an, sich ihrer Datenkompetenz sicher zu sein.Accenture & Qlik, 2020

In dieser Ausgabe

  1. TitelthemaEin Bildschirm, ein BlickSeite 03
  2. Das ModellEine Linie statt eines TachosSeite 05
  3. Werkzeug der AusgabeDie Karte für das DashboardSeite 08

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Nr. 37 · KPIs

In dieser Ausgabe

Viele Unternehmen haben mehr Dashboards als Entscheidungen. Diese Ausgabe fragt, wofür ein Dashboard da ist, wer es lesen kann, wer es tatsächlich nutzt und wie man einen Bildschirm, der genutzt wird, von einem unterscheidet, der nur eingeschaltet ist.

Stephen Fews Definition ist eng: die wichtigsten Informationen auf einem Bildschirm, auf einen Blick überwacht. In einer Umfrage von 2019 unter 9.000 Beschäftigten in neun Ländern waren sich 21 % ihrer Datenkompetenz sicher, und 74 % fühlten sich bei der Arbeit mit Daten überfordert oder unwohl. In Finnland nutzte nur etwa ein Viertel der Vertriebsleiter, die 2010 an einer Umfrage teilnahmen, ein Dashboard. Fews Bullet-Graph ersetzt den Tacho durch eine Linie, und eine Auswertung von Studien im Gesundheitswesen verbindet leicht erreichbare Dashboards mit besserer Versorgung.

  1. 03TitelthemaEin Bildschirm, ein Blick
  2. 04Die ZahlenDaten, die überfordern
  3. 05Das ModellEine Linie statt eines Tachos
  4. 06Was die Forschung sagtWer sie nutzt und wofür
  5. 07Wie man es misstSchaut überhaupt jemand hin?
  6. 08Werkzeug der AusgabeDie Karte für das Dashboard
  7. 09QuellenQuellen und Methode

So lesen Sie diese Ausgabe

Zahl

Jede Zahl hat Quelle und Jahr unten auf ihrer Seite.

Unsere Lesart

Wo die Redaktion deutet und nicht die Forschung, steht es dabei.

Praxis

Schritte und Karte sind Vorschläge zum Ausprobieren, keine Forschungsergebnisse.

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Titelthema

Ein Bildschirm,ein Blick

2004 definierte Stephen Few ein Dashboard eng: eine visuelle Darstellung der wichtigsten Informationen, die man braucht, um ein oder mehrere Ziele zu erreichen, auf einem einzigen Bildschirm angeordnet, damit sie sich auf einen Blick überwachen lässt.

01

Das Wichtigste

was die Ziele brauchen, nicht alles, was sich messen lässt

02

Ein Bildschirm

kein Scrollen, kein Wechseln: das Kurzzeitgedächtnis fasst wenig

03

Auf einen Blick

Zusammenfassungen und Ausnahmen, sofort erfasst

Später schärfte Few sie nach: eine überwiegend visuelle Darstellung, mit der Menschen den aktuellen Zustand rasch überwachen, einen Zustand, der in einer bestimmten Rolle eine rechtzeitige Reaktion verlangt. Nach diesem Maßstab, schrieb er 2017, seien nur 2 der 28 Beispiele im Big Book of Dashboards Anzeigen zur schnellen Überwachung; die übrigen mögen nützlich sein, dienen aber anderen Zwecken.

Unsere Lesart

Ein Bildschirm voller Diagramme ist noch kein Dashboard. Fragen: Wer schaut hin, wie oft, und was folgt daraus?

Quellen: Stephen Few, Perceptual Edge, 2017; Stephen Few, O'Reilly Media (2nd ed. 2013, Analytics Press), 2006 (über UXmatters, 2007)

Die Definitionen stammen von Few; die Fassung von 2004 wurde dort geprüft, wo er sie 2017 selbst zitiert. Die Zählung 2 von 28 ist sein Urteil über ein anderes Buch, keine Messung.

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Die Zahlen

Daten, dieüberfordern

Im September 2019 befragte Opinium für Accenture und Qlik 9.000 Vollzeitbeschäftigte in neun Ländern, darunter Deutschland. Die meisten sahen Daten als Wert; wenige fühlten sich sicher damit.

Beschäftigte in neun Ländern, September 2019 (Selbstauskunft)

Sehen Daten als Wert87 %Bei Datenarbeit überfordert oder unwohl74 %Folgen oft dem Bauchgefühl statt Daten48 %Ihrer Datenkompetenz sicher21 %

In einer Umfrage von Forrester Consulting für Tableau 2022 unter mehr als 2.000 Personen in zehn Ländern erwarteten 82 % der Entscheider Grundkenntnisse im Umgang mit Daten in jeder Abteilung, aber nur 39 % der Organisationen boten allen Beschäftigten Datenschulungen an.

Unsere Lesart

Dashboards lesen Menschen, nicht die Software. Ein klarer Bildschirm hilft niemandem, der Zahlen meidet.

Quellen: Accenture & Qlik for The Data Literacy Project, survey by Opinium, 2020; Forrester Consulting, commissioned by Tableau, 2022 (über Help Net Security, 2022)

Beide Studien wurden von Firmen beauftragt, die Analysesoftware verkaufen, und beide beruhen auf Selbstauskünften. Für Albanien liegt uns keine vergleichbare Zahl vor.

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Das Modell

Eine Linie statteines Tachos

Few entwarf den Bullet-Graph als Ersatz für die Messuhren und Tachos, die auf Dashboards üblich sind. Auf kleinem Raum zeigt er eine Kennzahl, vergleicht sie mit einem Ziel und ordnet sie Bereichen wie schlecht, ausreichend und gut zu.

  1. 01

    Beschriftung

    benennt die Kennzahl

  2. 02

    Skala

    eine lineare Achse, meist ab null

  3. 03

    Wert

    ein dunkler Balken, der auffälligste Teil

  4. 04

    Vergleich

    ein kurzer Querstrich: Ziel oder Vorjahr

  5. 05

    Bereiche

    zwei bis fünf Abstufungen, am besten drei

Few rät zu Abstufungen einer Farbe, dunkel für schlecht und hell für gut, statt verschiedener Farbtöne, die farbenblinde Menschen womöglich nicht unterscheiden. Eine lineare Form, schreibt er, braucht zudem weniger Platz und lässt sich effizienter lesen als ein runder Tacho.

Hypothetisches Beispiel, eine Zeile auf einem Schicht-Dashboard
Kennzahl
pünktliche Abfahrten diese Woche: 91 %
Ziel
ein Querstrich bei 95 %
Bereiche
unter 85 % schlecht, 85–95 % ausreichend, über 95 % gut

Eine Zeile: unter dem Ziel, im mittleren Bereich. Die Zahlen sind erfunden.

Quelle: Stephen Few, Perceptual Edge, 2013

Teile und Voreinstellungen folgen Fews Gestaltungsspezifikation (2006, überarbeitet 2013). Der Farbrat ist seine Empfehlung, kein geprüfter Standard.

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Was die Forschung sagt

Wer sie nutztund wofür

Ende 2010 befragten Oana Velcu-Laitinen und Ogan Yigitbasioglu leitende Vertriebsverantwortliche in 851 finnischen Unternehmen zu Dashboards. 145 antworteten, und nur etwa ein Viertel von ihnen nutzte eines.

Vertriebsleiter, die antworteten, Finnland, Ende 2010 (Anzahl, von 145)

Nutzten ein Dashboard36Nutzten stattdessen andere Berichtswerkzeuge62Übrige Nichtnutzer47

Sieben der 36 hatten ihres in Excel gebaut. Von vier Zwecken setzten die Nutzer Kommunikation und Einheitlichkeit an die erste Stelle, vor der Überwachung, und die Datenqualität ging mit der Nutzung einher. Eine Auswertung von 11 Studien im Gesundheitswesen fand 2015: Wo das klinische Personal Dashboards leicht erreichte, etwa als Bildschirmschoner, ging die Nutzung mit besseren Versorgungsabläufen und Behandlungsergebnissen einher.

Unsere Lesart

Ein Dashboard, das man suchen muss, wird selten angesehen. Es gehört dorthin, wo die Arbeit passiert.

Quellen: Oana Velcu-Laitinen & Ogan M. Yigitbasioglu, International Journal of Digital Accounting Research, 2012; Dawn Dowding et al., International Journal of Medical Informatics, 2015

Kleine Stichprobe (17 % Rücklauf) und Zusammenhänge, kein Beweis einer Ursache; 47 ist der Rest der 109 Nichtnutzer. Die Auswertung im Gesundheitswesen nennt die Belege begrenzt.

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Wie man es misst

Schaut überhauptjemand hin?

Ein Dashboard lässt sich zweimal prüfen: an Fews Liste häufiger Gestaltungsfehler und daran, was Menschen damit tun. Das Erste dauert eine Stunde, das Zweite einen Monat an Besprechungen.

Fünf von Fews dreizehn häufigen Fehlern

  1. die Grenzen eines Bildschirms überschreiten
  2. zu wenig Kontext: kein Ziel, kein Vergleich
  3. übermäßige Details oder Genauigkeit
  4. eine ungeeignete Kennzahl
  5. Farbe falsch oder zu viel einsetzen
  1. Nutzer und Entscheidung benennen

    Kann niemand sagen, welcher Entscheidung eine Zahl dient, gehört sie in einen Bericht.

  2. Handlungen zählen, nicht Aufrufe

    In jeder Besprechung notieren, welche Zahl zu einem Schritt mit Verantwortlichem und Termin führte.

  3. Entfernen, was niemand nutzte

    Eine Kennzahl, die ein Quartal lang nichts auslöste, verlässt den Bildschirm.

Quelle: Stephen Few, O'Reilly Media (2nd ed. 2013, Analytics Press), 2006 (über UXmatters, 2007)

Die Fehler stammen von Few (2006); die Schritte sind ein Vorschlag der Redaktion, keine geprüfte Methode.

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Werkzeug der Ausgabe

Die Karte fürdas Dashboard

Vor dem Bau des Bildschirms ausfüllen, und nach einem Monat noch einmal. Bleibt eine Zeile leer, ist das Dashboard nicht fertig.

  1. 01Wer hinschautdie Rolle, und wie oft: jede Schicht, jeden Tag, jede Woche

  2. 02Die Entscheidung, der es dientein Satz: was sich ändert, wenn sich die Zahl bewegt

  3. 03Drei bis fünf Kennzahlenjede mit Definition und Quelle

  4. 04Der VergleichZiel, Vorwoche oder Vorjahr, für jede Kennzahl

  5. 05Wann es gelesen wirddie Besprechung oder der Moment, und wer sie leitet

  6. 06Was eine Handlung auslöstdie Schwelle, wer handelt, bis wann

  7. 07Was wir entfernt habenKennzahlen, die in einem Monat zu keiner Handlung führten

Quellen: Stephen Few, Perceptual Edge, 2017; Stephen Few, O'Reilly Media (2nd ed. 2013, Analytics Press), 2006 (über UXmatters, 2007)

Eine Praxis, die die Redaktion vorschlägt, nach Fews Definition eines Dashboards (2004, 2017) und seinem Buch (2006).

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Quellen und Methode

Jede Zahlhat eine Quelle.

Die Zahlen dieser Ausgabe stammen aus den folgenden Quellen. Das Jahr zeigt, wie aktuell jede ist.

  1. Information Dashboard Design: The Effective Visual Communication of DataStephen Few, O'Reilly Media (2nd ed. 2013, Analytics Press), 2006 · über UXmatters, 2007
  2. There's Nothing Mere About SemanticsStephen Few, Perceptual Edge, 2017https://www.perceptualedge.com/blog/?p=2793
  3. The Human Impact of Data LiteracyAccenture & Qlik for The Data Literacy Project, survey by Opinium, 2020https://www.qlik.com/us/news/company/press-room/press-releases/data-skills-gap-is-costing-organizations-billions-in-lost-productivity
  4. Building Data Literacy: The Key to Better Decisions, Greater Productivity, and Data-Driven OrganizationsForrester Consulting, commissioned by Tableau, 2022 · über Help Net Security, 2022
  5. Bullet Graph Design SpecificationStephen Few, Perceptual Edge, 2013https://www.perceptualedge.com/articles/misc/Bullet_Graph_Design_Spec.pdf
  6. The Use of Dashboards in Performance Management: Evidence from Sales ManagersOana Velcu-Laitinen & Ogan M. Yigitbasioglu, International Journal of Digital Accounting Research, 2012https://doi.org/10.4192/1577-8517-v12_2
  7. Dashboards for improving patient care: Review of the literatureDawn Dowding et al., International Journal of Medical Informatics, 2015https://eprints.whiterose.ac.uk/84905/
Redaktionelle Methode

Jede Zahl wurde auf Jahr, Herausgeber und genaue Bedeutung geprüft. Wo die Seite des Herausgebers nicht erreichbar war, wurde sie an unabhängigen Zusammenfassungen geprüft und mit „über“ markiert. Die Deutung der Redaktion ist als „Unsere Lesart“ markiert. Zahlen, die sich nicht bestätigen ließen, stehen nicht in der Ausgabe.

ManagementReview

Management ohne Theater.

Jede Ausgabe eine Führungsfrage, geprüft an der besten Forschung.

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Management Review · Nr. 37 · Oktober 2026 · Stiven Catalyst

Management Review · Nr. 37

Die Zahlen der Ausgabe

Die Grafiken der gedruckten Seiten, mit ihren Quellen.

Die ZahlenBeschäftigte in neun Ländern, September 2019 (Selbstauskunft)
Sehen Daten als Wert87 %Bei Datenarbeit überfordert oder unwohl74 %Folgen oft dem Bauchgefühl statt Daten48 %Ihrer Datenkompetenz sicher21 %
Sehen Daten als Wert87 %Bei Datenarbeit überfordert oder unwohl74 %Folgen oft dem Bauchgefühl statt Daten48 %Ihrer Datenkompetenz sicher21 %

Quelle: Accenture & Qlik for The Data Literacy Project, survey by Opinium, 2020

Was die Forschung sagtVertriebsleiter, die antworteten, Finnland, Ende 2010 (Anzahl, von 145)
Nutzten ein Dashboard36Nutzten stattdessen andere Berichtswerkzeuge62Übrige Nichtnutzer47
Nutzten ein Dashboard36Nutzten stattdessen andere Berichtswerkzeuge62Übrige Nichtnutzer47

Quelle: Oana Velcu-Laitinen & Ogan M. Yigitbasioglu, International Journal of Digital Accounting Research, 2012

Der ganze Text Die Ausgabe als Text lesen Zum Lesen auf kleinen Bildschirmen, zum Suchen oder mit Screenreader. Dieselben Worte, ohne die Seitengestaltung.

In dieser Ausgabe

Viele Unternehmen haben mehr Dashboards als Entscheidungen. Diese Ausgabe fragt, wofür ein Dashboard da ist, wer es lesen kann, wer es tatsächlich nutzt und wie man einen Bildschirm, der genutzt wird, von einem unterscheidet, der nur eingeschaltet ist.

Stephen Fews Definition ist eng: die wichtigsten Informationen auf einem Bildschirm, auf einen Blick überwacht. In einer Umfrage von 2019 unter 9.000 Beschäftigten in neun Ländern waren sich 21 % ihrer Datenkompetenz sicher, und 74 % fühlten sich bei der Arbeit mit Daten überfordert oder unwohl. In Finnland nutzte nur etwa ein Viertel der Vertriebsleiter, die 2010 an einer Umfrage teilnahmen, ein Dashboard. Fews Bullet-Graph ersetzt den Tacho durch eine Linie, und eine Auswertung von Studien im Gesundheitswesen verbindet leicht erreichbare Dashboards mit besserer Versorgung.

Stiven Janaqi, Herausgeber

Titelthema

Ein Bildschirm, ein Blick

2004 definierte Stephen Few ein Dashboard eng: eine visuelle Darstellung der wichtigsten Informationen, die man braucht, um ein oder mehrere Ziele zu erreichen, auf einem einzigen Bildschirm angeordnet, damit sie sich auf einen Blick überwachen lässt.

  • Das Wichtigste. was die Ziele brauchen, nicht alles, was sich messen lässt
  • Ein Bildschirm. kein Scrollen, kein Wechseln: das Kurzzeitgedächtnis fasst wenig
  • Auf einen Blick. Zusammenfassungen und Ausnahmen, sofort erfasst

Später schärfte Few sie nach: eine überwiegend visuelle Darstellung, mit der Menschen den aktuellen Zustand rasch überwachen, einen Zustand, der in einer bestimmten Rolle eine rechtzeitige Reaktion verlangt. Nach diesem Maßstab, schrieb er 2017, seien nur 2 der 28 Beispiele im Big Book of Dashboards Anzeigen zur schnellen Überwachung; die übrigen mögen nützlich sein, dienen aber anderen Zwecken.

Unsere Lesart

Ein Bildschirm voller Diagramme ist noch kein Dashboard. Fragen: Wer schaut hin, wie oft, und was folgt daraus?

Die Definitionen stammen von Few; die Fassung von 2004 wurde dort geprüft, wo er sie 2017 selbst zitiert. Die Zählung 2 von 28 ist sein Urteil über ein anderes Buch, keine Messung.

Quellen: Stephen Few, Perceptual Edge, 2017; Stephen Few, O'Reilly Media (2nd ed. 2013, Analytics Press), 2006 (über UXmatters, 2007)

Die Zahlen

Daten, die überfordern

Im September 2019 befragte Opinium für Accenture und Qlik 9.000 Vollzeitbeschäftigte in neun Ländern, darunter Deutschland. Die meisten sahen Daten als Wert; wenige fühlten sich sicher damit.

Beschäftigte in neun Ländern, September 2019 (Selbstauskunft): Sehen Daten als Wert 87 %, Bei Datenarbeit überfordert oder unwohl 74 %, Folgen oft dem Bauchgefühl statt Daten 48 %, Ihrer Datenkompetenz sicher 21 %.

In einer Umfrage von Forrester Consulting für Tableau 2022 unter mehr als 2.000 Personen in zehn Ländern erwarteten 82 % der Entscheider Grundkenntnisse im Umgang mit Daten in jeder Abteilung, aber nur 39 % der Organisationen boten allen Beschäftigten Datenschulungen an.

Unsere Lesart

Dashboards lesen Menschen, nicht die Software. Ein klarer Bildschirm hilft niemandem, der Zahlen meidet.

Beide Studien wurden von Firmen beauftragt, die Analysesoftware verkaufen, und beide beruhen auf Selbstauskünften. Für Albanien liegt uns keine vergleichbare Zahl vor.

Quellen: Accenture & Qlik for The Data Literacy Project, survey by Opinium, 2020; Forrester Consulting, commissioned by Tableau, 2022 (über Help Net Security, 2022)

Das Modell

Eine Linie statt eines Tachos

Few entwarf den Bullet-Graph als Ersatz für die Messuhren und Tachos, die auf Dashboards üblich sind. Auf kleinem Raum zeigt er eine Kennzahl, vergleicht sie mit einem Ziel und ordnet sie Bereichen wie schlecht, ausreichend und gut zu.

  1. Beschriftung. benennt die Kennzahl
  2. Skala. eine lineare Achse, meist ab null
  3. Wert. ein dunkler Balken, der auffälligste Teil
  4. Vergleich. ein kurzer Querstrich: Ziel oder Vorjahr
  5. Bereiche. zwei bis fünf Abstufungen, am besten drei

Few rät zu Abstufungen einer Farbe, dunkel für schlecht und hell für gut, statt verschiedener Farbtöne, die farbenblinde Menschen womöglich nicht unterscheiden. Eine lineare Form, schreibt er, braucht zudem weniger Platz und lässt sich effizienter lesen als ein runder Tacho.

Hypothetisches Beispiel, eine Zeile auf einem Schicht-Dashboard

  • Kennzahl: pünktliche Abfahrten diese Woche: 91 %
  • Ziel: ein Querstrich bei 95 %
  • Bereiche: unter 85 % schlecht, 85–95 % ausreichend, über 95 % gut

Eine Zeile: unter dem Ziel, im mittleren Bereich. Die Zahlen sind erfunden.

Teile und Voreinstellungen folgen Fews Gestaltungsspezifikation (2006, überarbeitet 2013). Der Farbrat ist seine Empfehlung, kein geprüfter Standard.

Quelle: Stephen Few, Perceptual Edge, 2013

Was die Forschung sagt

Wer sie nutzt und wofür

Ende 2010 befragten Oana Velcu-Laitinen und Ogan Yigitbasioglu leitende Vertriebsverantwortliche in 851 finnischen Unternehmen zu Dashboards. 145 antworteten, und nur etwa ein Viertel von ihnen nutzte eines.

Vertriebsleiter, die antworteten, Finnland, Ende 2010 (Anzahl, von 145): Nutzten ein Dashboard 36, Nutzten stattdessen andere Berichtswerkzeuge 62, Übrige Nichtnutzer 47.

Sieben der 36 hatten ihres in Excel gebaut. Von vier Zwecken setzten die Nutzer Kommunikation und Einheitlichkeit an die erste Stelle, vor der Überwachung, und die Datenqualität ging mit der Nutzung einher. Eine Auswertung von 11 Studien im Gesundheitswesen fand 2015: Wo das klinische Personal Dashboards leicht erreichte, etwa als Bildschirmschoner, ging die Nutzung mit besseren Versorgungsabläufen und Behandlungsergebnissen einher.

Unsere Lesart

Ein Dashboard, das man suchen muss, wird selten angesehen. Es gehört dorthin, wo die Arbeit passiert.

Kleine Stichprobe (17 % Rücklauf) und Zusammenhänge, kein Beweis einer Ursache; 47 ist der Rest der 109 Nichtnutzer. Die Auswertung im Gesundheitswesen nennt die Belege begrenzt.

Quellen: Oana Velcu-Laitinen & Ogan M. Yigitbasioglu, International Journal of Digital Accounting Research, 2012; Dawn Dowding et al., International Journal of Medical Informatics, 2015

Wie man es misst

Schaut überhaupt jemand hin?

Ein Dashboard lässt sich zweimal prüfen: an Fews Liste häufiger Gestaltungsfehler und daran, was Menschen damit tun. Das Erste dauert eine Stunde, das Zweite einen Monat an Besprechungen.

Fünf von Fews dreizehn häufigen Fehlern

  1. die Grenzen eines Bildschirms überschreiten
  2. zu wenig Kontext: kein Ziel, kein Vergleich
  3. übermäßige Details oder Genauigkeit
  4. eine ungeeignete Kennzahl
  5. Farbe falsch oder zu viel einsetzen
  • Nutzer und Entscheidung benennen. Kann niemand sagen, welcher Entscheidung eine Zahl dient, gehört sie in einen Bericht.
  • Handlungen zählen, nicht Aufrufe. In jeder Besprechung notieren, welche Zahl zu einem Schritt mit Verantwortlichem und Termin führte.
  • Entfernen, was niemand nutzte. Eine Kennzahl, die ein Quartal lang nichts auslöste, verlässt den Bildschirm.

Die Fehler stammen von Few (2006); die Schritte sind ein Vorschlag der Redaktion, keine geprüfte Methode.

Quelle: Stephen Few, O'Reilly Media (2nd ed. 2013, Analytics Press), 2006 (über UXmatters, 2007)

Mehr im Essay: Kennzahlen werden nicht in Excel besser

Werkzeug der Ausgabe

Die Karte für das Dashboard

Vor dem Bau des Bildschirms ausfüllen, und nach einem Monat noch einmal. Bleibt eine Zeile leer, ist das Dashboard nicht fertig.

  1. Wer hinschaut die Rolle, und wie oft: jede Schicht, jeden Tag, jede Woche
  2. Die Entscheidung, der es dient ein Satz: was sich ändert, wenn sich die Zahl bewegt
  3. Drei bis fünf Kennzahlen jede mit Definition und Quelle
  4. Der Vergleich Ziel, Vorwoche oder Vorjahr, für jede Kennzahl
  5. Wann es gelesen wird die Besprechung oder der Moment, und wer sie leitet
  6. Was eine Handlung auslöst die Schwelle, wer handelt, bis wann
  7. Was wir entfernt haben Kennzahlen, die in einem Monat zu keiner Handlung führten

Eine Praxis, die die Redaktion vorschlägt, nach Fews Definition eines Dashboards (2004, 2017) und seinem Buch (2006).

Quellen: Stephen Few, Perceptual Edge, 2017; Stephen Few, O'Reilly Media (2nd ed. 2013, Analytics Press), 2006 (über UXmatters, 2007)

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Quellen und Methode

Jede Zahl hat eine Quelle.

Die Zahlen dieser Ausgabe stammen aus den folgenden Quellen. Das Jahr zeigt, wie aktuell jede ist.

Redaktionelle Methode

Jede Zahl wurde auf Jahr, Herausgeber und genaue Bedeutung geprüft. Wo die Seite des Herausgebers nicht erreichbar war, wurde sie an unabhängigen Zusammenfassungen geprüft und mit „über“ markiert. Die Deutung der Redaktion ist als „Unsere Lesart“ markiert. Zahlen, die sich nicht bestätigen ließen, stehen nicht in der Ausgabe.

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